Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Nationalrat: ÖVP will Hacklerregelung abschaffen

Nächste Woche wird im Nationalrat die Hacklerregelung besprochen.
Nächste Woche wird im Nationalrat die Hacklerregelung besprochen. ©APA/HERBERT NEUBAUER
Die ÖVP will kommende Woche im Nationalrat die Abschaffung der Hacklerregelung einbringen. Auf der Agende stehen auch der Rechtsanspruch auf Sonderbetreuungszeit und zahlreiche Coronahilfen.

Die ÖVP will kommende Woche im Nationalrat die Hacklerregelung für eine Frühpension mit 62 Jahren nach 45 Versicherungsjahren abschaffen. Die "Kronen-Zeitung" berichtete am Sonntag, dass die ÖVP einen entsprechenden Antrag einbringen werde. Aus dem ÖVP-Parlamentsklub hieß es dazu auf Anfrage der APA, Ziel sei zwar die Einbringung eines solchen Antrages. Man sei aber "noch in Gesprächen" mit den Grünen. Aus dem Grünen Klub gab es Sonntagvormittag dazu vorerst keine Erklärung.

Pensionserhöhung statt Hacklerregelung

Die Langzeitversichertenpension ermöglicht es seit heuer wieder, nach 45 echten Versicherungsjahren mit 62 ohne Abschläge in den Ruhestand zu treten. Die ÖVP will diese Regelung abschaffen und dafür nächste Woche im Nationalrat einen Antrag einbringen. Dies könnte im Zuge der Pensionserhöhung erfolgen, die am Dienstag in einer Größenordnung zwischen 1,5 und 3,5 Prozent im Zuge des Budgetbegleitgesetzes beschlossen werden soll.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte bereits vor rund drei Wochen eine Abschaffung mit einer einjährigen Übergangsphase angekündigt und das mit der Ungerechtigkeit, dass diese Regelung nur Männern zugutekomme, begründet. Sozialminister Rudolf Anschober (Grüne) hatte gebremst und erklärt, auf einen Bericht der Alterssicherungskommission warten zu wollen.

Nationalrat beschließt Budget und Ethik-Unterricht

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate muss Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) gegenüber dem Nationalrat ein Budget verantworten, das wegen der Coronakrise möglicherweise der Realität nicht standhalten wird. Denn durch den neuerlichen "Lockdown" könnten Folgekosten entstehen, die das ohnehin ausnehmend hohe Defizit weiter in die Höhe schieben könnten. Neben der ausführlichen Budgetdebatte bietet die Plenarwoche als Highlight den Beschluss des Ethikunterrichts.

Den Auftakt der Budgetwoche bildet (am Dienstag) traditionell das Budgetbegleitgesetz, ein Sammelwerk, das diesmal etwa die Kurzarbeit bis März 2021 verlängert. Betroffenen werden zudem die Arbeitslosenversicherungsbeiträge an ihren realen Verdienst angepasst. Auch die Pensionserhöhung ist Teil des Pakets. Gleich 3,5 Prozent gibt es für die niedrigsten Pensionen drauf, bei höheren Bezügen reduziert sich das Plus schrittweise auf 1,5 Prozent. Ab einer Rente von 2.333 Euro gibt es einen Fixbetrag von 35 Euro im Monat.

Coronahilfen werden beschlossen

Inkludiert sind auch jede Menge Coronahilfen. Profitieren werden etwa Sozialhilfe-Bezieher, aber auch Familien, indem der für sie initiierte Fonds aufdotiert wird. Auch zusätzliche Förderungen für Non-Profit-Organisationen in der Höhe von 250 Millionen sind budgetiert. Über mehr Geld freuen können sich auch die Länder, etwa zur Abgeltung der Kosten durch die Abschaffung des Pflegeregresses.

Entsprechend finanziert wird ein Covid-Lager mit einem Notvorrat an Schutzausrüstung und sonstigen notwendigen medizinischen Materialien, um im Fall von Engpässen oder Bedarfsspitzen ausreichend gerüstet zu sein. Ein weiteres Gesetz ermöglicht es dem Parlament, die Baukosten für die Renovierung des historischen Gebäudes am Ring um 20 Prozent zu erhöhen.

Ab Dienstagnachmittag wird dann zweieinhalb Tage das eigentliche Budget wie üblich kapitelweise durchgenommen, ehe am Donnerstag das Zahlenwerk beschlossen wird. Das für kommendes Jahr erwartete Defizit wird per Abänderungsantrag wegen Corona von 21 Mrd. auf 22,6 Mrd. Euro nach oben korrigiert. Vorerst geht Blümel von einem gesamtstaatlichen Maastricht-Defizit in der Höhe von 9,8 Prozent und von einer Staatsschuldenquote von 87,9 Prozent aus.

Zu denen, die trotz Krise mit mehr Geld bedacht werden, gehören etwa die Justiz, das Heer und die Polizei. Dazu kommen wirtschafts-, klima- und forschungspolitische Schwerpunkte.

Rechtsanspruch auf Sonderbetreuungszeit wird diskutiert

Wenn das Budget Donnerstagabend dann abgehakt ist, war es das für die Plenarwoche freilich noch nicht. Für Freitag hat man sich im Nationalrat noch ein umfassendes Programm vorgenommen. Besonders sticht hier etwa der Rechtsanspruch auf Sonderbetreuungszeit hervor. Bis zu vier Wochen gibt es für Personen, die in der Pandemie Kinder betreuen müssen. Den Dienstgebern, die bei der alten Regel ein Veto-Recht hatten, werden die anfallenden Kosten abgegolten. Die Gleichstellung von Angestellten und Arbeitern in einzelnen arbeitsrechtlichen Fragen, vor allem bezüglich der Kündigungsfristen, wird hingegen um ein halbes Jahr verschoben.

Neu eingeführt wird am Freitag auch der Ethik-Unterricht an Schulen. Er wendet sich an jene, die keinen Religionsunterricht besuchen und soll schrittweise ab dem Schuljahr 2021/2022 etabliert werden.

(APA/red)

  • VIENNA.AT
  • Politik
  • Nationalrat: ÖVP will Hacklerregelung abschaffen
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen