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Nächste Pleite in Corona-Krise: Modekette Dressmann insolvent

Die Fortführung der 31 Dressmann-Filialen ist nicht geplant.
Die Fortführung der 31 Dressmann-Filialen ist nicht geplant. ©pixabay.com (Sujet)
Die Insolvenzwelle im Modehandel reißt nicht ab. Nun hat es die Herrenbekleidungskette Dressmann getroffen, eine Fortführung wird nicht angestrebt.

Innerhalb kürzester Zeit hat die Coronakrise in der Branche mehrere Pleiten verursacht. Nach Airfield, Colloseum, Haanl und Stefanel hat nun auch die Herrenbekleidungskette Dressmann die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt.

Das Unternehmen betreibt in Österreich 31 Filialen sowie einen Onlineshop und beschäftigt 165 Leute.

Fortführung der 31 Dressmann-Filialen nicht geplant

Eine Unternehmensfortführung werde nicht angestrebt, das Unternehmen soll liquidiert werden, gaben der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) sowie KSV1870 am Montag bekannt. Von dem Insolvenzverfahren sind rund 50 Gläubiger mit Gesamtforderungen von 14,2 Mio. Euro betroffen.

Als Pleitegrund werden die Umsatzeinbrüche in Folge der behördlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung Coronavirus-Pandemie genannt. Der Bekleidungshandel musste wochenlang geschlossen bleiben. Das Unternehmen hat laut AKV für seine Beschäftigten zwar Kurzarbeit beantragt, jedoch sei es noch zu keiner Auszahlung gekommen, sodass diese Maßnahme zur Abwendung der Zahlungsunfähigkeit nicht genügt habe.

Hinzu komme, dass das Konsumverhalten der Kunden aufgrund der unsicheren Wirtschaftslage und der hohen Arbeitslosenrate zurückgegangen sei.

Geldspritzen hielten Textilkette am Leben

Dressmann gehört zur norwegischen Varner-Gruppe. In Österreich war das Unternehmen mit 27 Dressmann-Filialen und vier Dressmann-XL-Filialen vertreten. Die österreichische Gesellschaft schreibt seit ihrer Gründung Verluste, geht aus den im Firmenbuch ("Wirtschaftscompass") veröffentlichten Geschäftsberichten hervor.

Geldspritzen des Mutterkonzerns hielten die Textilkette bisher am Leben, zeigt der Abschlussbericht für das Jahr 2018. Dort heißt es: "Die positive Fortführungsprognose der Geschäftsführung stützt sich auf die Annahme, dass der Gesellschafter Willens und in der Lage ist, wie in der Vergangenheit auch zukünftig die Liquidität der Gesellschaft durch Bereitstellung der erforderlichen Finanzmittel zu decken." Für das Jahr 2018 weist die österreichische Dressmann GmbH einen Verlust (nach Steuern) von 5,4 Mio. Euro aus. Der Bilanzverlust betrug fast 23 Mio. Euro. Die Eigenkapitalbasis wird mit 78 Prozent angegeben. Der Mutterkonzern Varner transferierte 2018 Mittel in Höhe von 1,5 Mio. Euro.

Konkursverfahren eröffnet

Am Montag ist am Handelsgericht Wien das Konkursverfahren eröffnet worden, teilten die Gläubigerschutzverbände AKV, Creditreform und KSV1870 mit.

Zum Insolvenzverwalter in diesem Verfahren wurde Rechtsanwältin Katharina Widhalm-Budak bestellt. Die Berichts- und Prüfungstagsatzung wurde für den 22. Juli anberaumt. Die betroffenen Gläubiger können ab sofort ihre Forderungen am Handelsgericht Wien anmelden. Die Anmeldefrist endet am 8. Juli.

Das Unternehmen ist mir etwa 8,8 Mio. Euro überschuldet - die Aktiva betragen rund 5,5 Mio. Euro, die Passiva 14,3 Mio. Euro.

(APA/Red)

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