Nadja: Erste Verfügung durchgesetzt

Der Anwalt der Sängerin konnte beim Berliner Landesgericht eine einstweilige Verfügung gegen die Berichterstattung der "Bild"-Zeitung über das Ermittlungsverfahren gegen seine Mandantin bewirken. Stadtreporter Video: HIV und Verantwortung

Wie eine Gerichtssprecherin am Mittwoch weiter mitteilte, dürfe der Verlag Axel Springer auch nicht über den “Gegenstand der Untersuchungshaft” der Sängerin berichten. Gegen die Verfügung des Gerichts will die “Bild”-Zeitung nach eigenen Angaben Widerspruch einlegen.

Die Zeitung hatte am Dienstag als erste darüber berichtet, dass die No-Angels-Sängerin am Samstagabend in einer Frankfurter Diskothek unter dem Vorwurf der schweren Körperverletzung verhaftet wurde. Wie die Staatsanwaltschaft Darmstadt später ergänzend mitteilte, soll die Sängerin einen Mann bei ungeschütztem Sex mit HIV angesteckt haben, obwohl sie von ihrer Infektion wusste. Zu der Einstweiligen Verfügung erklärte der Anwalt der Sängerin, Christian Schertz, das Gericht habe nach einer Abwägung zwischen dem öffentlichen Informationsinteresse und dem Schutz der Privatsphäre zugunsten der Persönlichkeitsrechte der Sängerin entschieden.

“Bild”-Chefredakteur Kai Diekmann wies in einer Stellungnahme darauf hin, dass die No Angels, die 2008 Deutschland beim Grand Prix vertraten, die erfolgreichste deutsche Pop-Band der letzten Jahre sei. “Ihre Poster hängen in tausenden Teenager-Zimmern. Die Vorbildfunktion der Bandmitglieder steht daher völlig außer Frage”, schrieb Diekmann. “Angesichts dieser Vorbildfunktion, aber auch der Schwere der strafrechtlichen Vorwürfe gegen Nadja ist das öffentliche Interesse an der Berichterstattung nicht im Ansatz zu bestreiten. Aus diesem Grund sind auch Staatsanwaltschaft und Polizei unter Nennung des vollen Namens der Beschuldigten an die Öffentlichkeit getreten, worüber “Bild” genauso wie alle wichtigen Nachrichtenagenturen und Medien des Landes berichtet hat. Ein Verbot, über die Verhaftung einer derart öffentlichen Person zu informieren, ist deshalb ein schwerer Angriff auf die Pressefreiheit.”

Auch die Deutsche Presse-Agentur dpa hatte über den Fall berichtet. Sie teilte nicht die Auffassung des Anwalts der Sängerin, wonach diese keine absolute Person der Zeitgeschichte sei und es sich auch nicht um eine spektakuläre Straftat handele.

Der Fall der No Angels-Sängerin Nadja sorgt weltweit für Aufsehen und rückt das Thema AIDS wieder in den Blickpunkt: Die Sängerin soll HIV-positiv sein und andere mutwillig infiziert haben. Jetzt sitzt sie wegen Tatverdacht und Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft.

No Angel-Sängerin bleibt in U-Haft | Erste Verfügung durchgesetzt

HIV in Österreich: Mehr als 500 bestätigte Infektionen im Jahr 2008

Fachmagazin wirft Papst Verfälschung wissenschaftlicher Fakten vor

Vor 25 Jahren: Robert Gallo will Aids-Virus entdeckt haben

Life Ball: Alles über Europas größten Aids-Charity-Event in Wien

Welt-Aids-Konferenz 2010 in Wien

  • VIENNA.AT
  • Stadtreporter
  • Nadja: Erste Verfügung durchgesetzt
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen