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Nachwuchsfußball in Österreich: Der lange Weg in die Bundesliga

Austria und Admira: Beide setzen auf nachhaltige Nachwuchsförderung.
Austria und Admira: Beide setzen auf nachhaltige Nachwuchsförderung. ©VIENNA.AT/Lukas Krummholz
Neben der Wiener Austria zählen auch die Ausbildungsstätten der Admira in Verbindung mit dem dort angesiedelten BSFZ Südstadt zu den ersten Adressen für zukünftige Profikicker. VIENNA.AT traf die sportlichen Leiter beider Talentschmieden zum Gespräch und durfte einen Blick hinter die Kulissen werfen.
Talentschmiede Südstadt
Violette Profi-Fabrik
Akademien in Bildern

Vor einigen Tagen endete in Brasilien die 20. Austragung der Fußball Weltmeisterschaft. Wiedermal war Österreich nicht unter den 32 qualifizierten Nationen dabei . Seit 1998 warten heimische Ballfreunde auf eine erfolgreiche Qualifikation für ein europäisches Turnier. Über die Qualität des österreichischen Fußballs lässt sich bekanntlich ausgiebig diskutieren. Bei einem Punkt ist man sich jedoch einig – der Weg zurück zu den oberen Plätzen der FIFA Weltrangliste kann nur über eine gewissenhafte und moderne Nachwuchsarbeit funktionieren.

Nachwuchsarbeit im Fokus

Hier muss Österreich den internationalen Vergleich jedoch nicht scheuen. „Wir hatten schon sehr viele Gäste aus dem Ausland hier die sich unsere Akademie angesehen haben und sehr begeistert waren“, erzählt Ralf Muhr stolz im Gespräch mit VIENNA.AT. Der langjährige sportliche Leiter der Austria-Akademie war zuvor bereits in der Stronach Akademie in Hollabrunn tätig und ist vom Weg über die Jugend überzeugt. „Bei uns ist die jüngste Mannschaft die U7. Da rekrutieren wir und versuchen auch schon eine selektive Gruppe zusammenzustellen“, erklärt Muhr.

LAZ als erster Schritt zum Profi

Die vielversprechendsten Talente im Alter von 12 bis 14 Jahren werden in Landesverband-Ausbildungszentren (LAZ) integriert. Die Wiener Austria führte als einer der ersten Bundesligavereine ein eigenes LAZ, die Admira hat ihres seit vergangenem Sommer. Die jungen Talente erhalten dann eine qualitativ hochwertige Ausbildung innerhalb des Trainingsbetriebs, bleiben aber bei ihrem Stammverein gemeldet. Der weitere Übergang zur Akademiemannschaft verläuft in beiden Fällen nahtlos. „Die Jungs aus dem LAZ Admira gehören ja schon zu uns, die sehen wir jeden Tag. Wenn wir also sehen der ist top, dann verpflichten wir ihn“, erzählt Christian Wiesinger, einer der Akademieleiter bei Admira Wacker.

Selektion schon bei den Kleinsten

Den Sprung in die Team-Akademie schafft allerdings nicht jeder. Die Niederösterreicher versuchen noch rund 60 bis 70 Prozent zu halten, bei den Wienern stehen hier schon positionsspezifische Überlegungen im Vordergrund wie Ralf Muhr betont: „Wir gehen nicht mit 22 Feldspielern in die Akademie, da würden zu viele auf der Strecke bleiben“ Der Konkurrenzkampf zwischen den jungen Spielern ist bereits im LAZ allgegenwärtig „Das ist im Leistungssport so, da gehört Selektion dazu.“

Förderungen vom ÖFB?

In der Akademie werden die jungen Spieler mit sieben Trainingseinheiten in der Woche zu Profis getrimmt. Daneben stehen Interviewschulungen, sportpsychologische Einheiten und eine schulische Ausbildung am Programm. Insgesamt investieren beide Vereine knapp eine Million Euro jährlich in die Ausbildung junger Talente, bei der Austria ist es „sogar ein bisserl mehr“, wie Muhr verrät. Förderungen vom ÖFB gibt es so gut wie keine, es wird lediglich „ein geringer Teil“ des Trainergehalts übernommen, erklärt Wiesinger bei unserem Besuch in der Südstadt.

Die Admira wünscht sich aber vor allem mehr Unterstützung vom Land Niederösterreich, dort konzentriert man sich jedoch auf den SKN St. Pölten der aktuell in der Ersten Liga spielt. „Wir sind da leider ein bisschen das Stiefkind in Niederösterreich aber wir schaffen es trotzdem uns über Wasser zu halten und viele gute Spieler zu produzieren.“

Admira: “Wir müssen alle zusammenhelfen”

Marc Janko, Erwin Hoffer, Christopher Drazan oder Christopher Dibon, sie alle haben ihre Ausbildung bei der Admira genossen. Obwohl die Südstädter das Image der grauen Maus der Bundesliga nie wirklich ablegen konnten, gilt die Akademie des kleinen Vereins als Goldgrube. Für einen Verein der immer wieder mit finanziellen Problemen auf sich aufmerksam macht ist das natürlich keine Selbstverständlichkeit.

“Wir müssen zusammenhelfen damit wir die Qualität die wir von uns selbst verlangen auch abrufen können”, erklärt Wiesinger und ergänzt: “Wir als Admira können nur überleben, wenn wir als Familie auftreten.”

 

Einen genaueren Einblick in die Ausbildungsstätten der Admira bzw. der Wiener Austria finden Sie hier:

Talentschmiede Südstadt: Ein Besuch in der Admira Akademie

Violette Profi-Fabrik: Die Akademie der Wiener Austria im Fokus

 

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