Nach Tod von Flamenco-Star Morente: Familie verklagt Ärzte

Nach dem Tod des spanischen Flamenco-Sängers Enrique Morente hat die Familie das Ärzteteam des Künstlers verklagt. Sie wirft den Medizinern einen Behandlungsfehler vor, wie Medien am Dienstag berichteten.

Der 67-Jährige war am 4. Dezember in einer Madrider Privatklinik operiert worden. Da Komplikationen auftraten, wurde ein zweiter Eingriff nötig. Morente, der nach Medienberichten an Speiseröhrenkrebs litt, fiel schließlich ins Koma und starb am Montagabend. Die Familie beklagte, sie sei von den Ärzten nicht ausreichend über den Zustand des Sängers informiert worden. Die Justiz ordnete eine Autopsie an.

Morente war einer der großen Erneuerer des Flamenco, den er auch mit Jazz oder Pop fusionierte. Dies brachte ihm viel Beachtung ein, aber auch viel Kritik seitens der Puristen der leidenschaftlichen spanischen Musik. “Heute beweinen sie ihn, gestern haben sie ihn noch kritisiert”, schrieb sein Kollege José Mercé. Morente brachte seit 1967 rund 20 Platten heraus. Als erster Flamenco-Sänger bekam er 1994 den Nationalen Musikpreis.

Der aus Granada in Andalusien stammende Künstler vertonte zahlreiche Gedichte von Autoren wie Miguel Hernández, Federico García Lorca oder Antonio Machado. Zuletzt brachte der dreifache Vater eine CD mit Gedichten des Malers Pablo Picasso heraus. In einem Film über den Alhambra-Palast in Granada arbeitete er auch mit der deutschen Sängerin Ute Lemper zusammen. Morentes älteste Tochter Estrella (30) trat in seine Fußstapfen. Sie sang etwa das Titellied in Pedro Almodóvars Film “Volver” (2006).

Während Morente im Beisein seiner Familie in Madrid seine letzten Tage in der Klinik verbrachte, hatten Diebe die Gelegenheit genutzt und sein Haus in Granada ausgeräumt.

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