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Nach Schulöffnung: Rund 21.600 Schüler blieben pro Tag daheim

Im Österreichvergleich blieben die meisten Kinder in Wien zuhause.
Im Österreichvergleich blieben die meisten Kinder in Wien zuhause. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Nach der Schulöffnung im Mai blieben dennoch rund 21.600 Schüler täglich zuhause. Dafür gab es zwei Gründe.

Durchschnittlich rund 21.600 Schüler pro Tag sind nach der Schulöffnung im Mai entweder aufgrund Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe oder aus psychischen Gründen nicht in die Schule gegangen. Das zeigt die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der FPÖ durch Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP). Am höchsten war ihr Anteil in Wien.

Österreichvergleich: In Wien blieben die meisten Schüler zuhause

Betrachtet wurde dabei der Zeitraum zwischen 4. Mai und 12. Juni. Zum ersten Zeitpunkt waren nach den Schließungen aufgrund der Corona-Pandemie nur die Abschlussklassen bereits wieder in die Klassen zurückgekehrt, zum zweiten Zeitpunkt auch schon alle anderen Schüler.

Dabei gab es zwei Entschuldigungsgründe: Der erste betraf jene Schüler, die "zwar keiner Risikogruppe angehören, sich aber aufgrund der aktuellen Situation psychisch nicht in der Lage sehen, dem Unterricht beizuwohnen". Von diesem machten im Schnitt pro Tag rund 15.000 Schüler Gebrauch, das entspricht einem Anteil von 1,6 Prozent. Am höchsten war dieser in Wien mit vier Prozent (8.300 Schüler), alle anderen Länder lagen unter dem Österreich-Schnitt.

Der zweite Entschuldigungsgrund galt für jene Kinder und Jugendliche, die selbst einer Risikogruppe angehören oder mit Angehörigen einer Risikogruppe im gleichen Haushalt leben. Diesen nutzten 6.600 Kinder bzw. ein Anteil von 0,7 Prozent. Auch hier verzeichnete Wien mit 1,7 Prozent den höchsten Anteil (3.400 Schüler), knapp über dem Österreich-Schnitt lag sonst nur Niederösterreich (0,8 Prozent bzw. 1.400 Schüler).

Risikogruppen mussten an Distance Learning teilnehmen

Unterschied zwischen den beiden Entschuldigungsgründen: Wer aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe daheimblieb, musste ein Attest oder eine behördliche Quarantäneanordnung vorliegen und erhielt auf Antrag weiter Distance Learning. Wer sich psychisch nicht in der Lage sah, am Unterricht teilzunehmen, brauchte dafür keine Bestätigung. Allerdings musste in diesem Fall der Lernstoff selbstständig nachgeholt werden, eine Begleitung im Distance Learning war nicht vorgesehen.

Schüler kamen mit Schichtbetrieb und Abstandhalten gut zurecht

Die Kinder und Jugendlichen sind nach der Wiederöffnung der Schulen im Mai und Juni mit den coronabedingten Maßnahmen wie Abstandhalten und Schichtbetrieb gut zurechtgekommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Wien.

Die Untersuchung ist die Nachfolgerin von zwei Erhebungen ("Lernen unter Covid-19-Bedingungen") über das Home Learning. Für die nunmehr dritte Online-Befragungswelle wählte das Forschungsteam der Fakultät für Psychologie um Barbara Schober, Marko Lüftenegger und Christiane Spiel nun den Zeitraum von 8. bis 29 Juni. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits alle Schulen wieder geöffnet. Für die ersten Analysen wurden Antworten von rund 2.500 Schülern zwischen zehn und 19 Jahren berücksichtigt.

Ein Drittel der Schüler gab an, "sehr gut" mit den neuen Corona-Regeln an der Schule zurechtgekommen zu sein. 46 Prozent griffen zum "gut", 17 Prozent machten gute wie schlechte Erfahrungen. Nur jeweils knapp zwei Prozent kamen eher schlecht oder schlecht zurecht.

Schüler freuten sich über das Wiedersehen

Besonders schön empfanden die Kinder und Jugendlichen das Wiedersehen mit Mitschülern und Lehrern, viele schätzten auch die geringere Schülerzahl in der Klasse aufgrund des Schichtbetriebs. Sehr häufig als positiv genannt wurde auch, dass der Lernstoff wieder von Angesicht zu Angesicht vermittelt wurde. Umgekehrt ärgerten sich die Schüler häufig darüber, dass gerade gute Freunde in der anderen Schichtgruppe waren und das Zustandekommen der Zeugnisnoten unklar war bzw. uneinheitlich gehandhabt wurde. Zum Teil genannt wurde auch gesteigerter Leistungsdruck, weil versucht wurde, möglichst viel Stoff in kurzer Zeit nachzuholen.

Rund 55 Prozent der Befragten geben an, sich im Vergleich zur Home-Learning-Zeit besser bzw. etwas besser zu fühlen. Knapp jeder Fünfte fühlte sich (etwas) schlechter. Beim restlichen Viertel veränderte sich das Wohlbefinden nicht. Entscheidend dafür, ob man sich besser fühlte, war vor allem der Umstand, wie erfolgreich sich die Schüler bei der Erfüllung ihrer Aufgaben für die Schule wahrnahmen.

Schüler kamen mit Erfordernissen gut klar

Generell kamen die Schüler nach der Wiederöffnung der Schulen mit den schulischen Erfordernissen eher besser klar als in der Home-Learning-Phase. 40 Prozent gaben an, dass ihnen die meisten Aufgaben nun besser oder zumindest etwas besser gelingen. Bei 13 Prozent war das Gegenteil der Fall, knapp die Hälfte orteten keine Veränderung. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Lernorganisation.

Aus dem Home-Learning "mitgenommen" haben die Schüler vor allem die Wichtigkeit von Lernorganisation für den Erfolg.

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(APA/Red)

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