Nach Corona-Pause: Kulturfestival Soho zeigt neue Ausstellung in Wien-Ottakring

Das Kunstfestival findet ab 12. Oktober im Wiener Sandleitenhof statt.
Das Kunstfestival findet ab 12. Oktober im Wiener Sandleitenhof statt. ©Mehmet Emir
Bis zum 28. Oktober kann in den neuen Soho Studios in Wien-Ottakring die Ausstellung "Wie ist das mit dem guten Leben?" besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

Nach einer coronabedingten Internetausgabe im Vorjahr, kehrt Soho in Ottakring heuer in analoger - wenn auch nicht gewohnter Form - zurück. Denn das Kulturfestival im Sandleitenhof, einem Gemeindebau am Rande des 16. Wiener Gemeindebezirks, bezieht mit seiner Eröffnung am Dienstag erstmals die neuen Studios. "Wie ist das mit dem guten Leben?", fragt dort eine vierteilige Ausstellung, die von Kräuterkarten bis zur Glücksbox reicht und bei freiem Eintritt besucht werden kann.

Soho in Ottakring eröffnet sucht das gute Leben

Die neuen Soho Studios entstanden nicht zuletzt dank der Instandsetzung und Neugestaltung des im größten Gemeindebau der Ersten Republik untergebrachten alten Kinos und des ehemaligen elektropathologischen Museums. In der 590 Quadratmeter großen Säulenhalle, genannt "Kunstlabor", und dem 80 Quadratmeter großen "Freiraum" findet das am Montag präsentierte künstlerische Programm des bis 28. Oktober laufenden Festivals statt.

Im Zentrum steht die genannte vierteilige Schau, die gleichzeitig zu sehen ist. "Para_deis* - Komm! Wir bauen uns ein Paradies!" heißt ein Part davon. Dieses sozialkulturelle Projekt beschäftigt sich mit der Frage nach dem persönlichen Paradies im Wohnumfeld. Dabei werden ein Saatgutarchiv aufgebaut oder vor Ort wachsende Kräuter kartografisch erfasst und verkostet. Bei "Das rote Wien_REVISITED" nehmen Künstlerinnen und Künstler den hiesigen kommunalen Wohnbau unter die Lupe und geht etwa Fragen nach, wie die heutigen Lebens- und Arbeitsbedingungen im Gemeindebau ausschauen und inwiefern die politischen Strategien des Roten Wien als Lehrbeispiele dienen und für heutige Herausforderungen angepasst werden können. In Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum werden an speziellen Themenabenden außerdem via Amateurfilmen, Werbungen und Propaganda 100 Jahre Wohnen in der Stadt oder die Geschichte des 1928 eröffneten und bis in die 1960er-Jahre betriebenen Sandleitenkinos rekapituliert.

Neue Studios auch für Seminare und Workshops nutzbar

"Mein Glück interessiert mich nicht" nennt sich wiederum ein Fotoprojekt, das die Bewohnerinnen und Bewohner des Sandleitenhofs mittels im heurigen Sommer entstandenen Aufnahmen porträtiert. Um Glück geht es auch im vierten Ausstellungsteil, der drei kollaborative Projekte umfasst. Das "Happy Tagebuch" fußt auf Aussagen von Bewohnern des Grätzels auf die Frage: "Was ist das gute Leben für Sie?" Die interaktive Installation "Glücksbox" ermöglicht den Austausch positiver Nachrichten. Und in der Sound-Video-Arbeit "Es ist das Wasser!" wird darüber sinniert, ob und inwieweit die unbegrenzte Verfügbarkeit von Wasser die Essenz des guten Lebens ist.

Was die neuen Studios anbelangt, können "Kunstlabor" und "Freiraum" abseits des Festivals für Veranstaltungen, Seminare, Workshops oder als Proberäume zu bestimmten Zeiten gemietet werden. Außerdem wurden auf gut 240 Quadratmetern sechs Werkstätten eingerichtet, die als Ateliers an zwölf Kunstschaffende vergeben werden können. Die kunstschule.wien unterhält in den Soho Studios ebenfalls einen 190 Quadratmeter großen Unterrichtsraum, der in den freien Sommermonaten ebenfalls gemietet werden kann.

(APA/Red)

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