Mutter tötete in Wien zwei Töchter: Prozess startet am 2. Oktober

Mutter tötete in Wien-Ottakring zwei Töchter: Prozess am 2. Oktober
Mutter tötete in Wien-Ottakring zwei Töchter: Prozess am 2. Oktober ©APA
Nach dem Familiendrama in Wien-Ottakring im Jahr 2013, bei dem eine Mutter zwei ihrer Töchter tötete, startet am 2. Oktober der Prozess.
Familiendrama in Wien
Töchter erdrosselt
Abschiedsbrief gefunden
Bilder vom Tatort

Am 19. September 2013 hat sich in einer Wohnung in der Koppstraße in Wien-Ottakring ein unbegreifliches Familien-Drama abgespielt. Eine Mutter tötete zwei ihrer vier Kinder, um sich danach in selbstmörderischer Absicht aus dem vierten Stock zu stürzen. Entgegen ärztlicher Prognosen überlebte die 39-Jährige, am 2. Oktober wird sich ein Schwurgericht mit ihr befassen.

Mutter erdrosselte Töchter

Die Frau – eine gebürtige Ägypterin – soll ihre sechs und neun Jahre alten Töchter mit einem Schal bzw. dem Kabel eines Bügeleisens erdrosselt haben. Anschließend schnitt sie sich die Pulsadern auf und sprang aus dem Fenster. Alarmierte Bewohner des Gemeindebaus fanden die lebensgefährlich Verletzte auf einem betonierten Gehweg und verständigten die Polizei. Als Beamte in der Wohnung Nachschau hielten, stießen sie auf die Leichen der beiden Mädchen. Auf dem Tisch lag ein in arabischer Sprache verfasster Abschiedsbrief der Mutter, der eine Art Geständnis enthielt.

Frau angeblich nicht zurechnungsfähig

Die 39-Jährige wurde im Wilhelminenspital notfallmedizinisch behandelt. Ihre Überlebenschancen wurden zunächst als äußerst gering eingestuft – immerhin war sie aus einer Höhe von elf Metern gesprungen und hatte multiple Knochen- und Wirbelbrüche erlitten. Doch die Mutter kam mit dem Leben davon, womit die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen Doppelmords zu betreiben hatte.

In diesem ergab schließlich ein psychiatrisches Gutachten, dass die Frau infolge einer massiven psychischen Erkrankung zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig war. Der Sachverständige stuft die 39-Jährige als nicht schuldfähig ein, weshalb die Anklagebehörde anstelle ihrer Bestrafung einen Antrag auf Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingebracht hat.

Prozess nach Familiendrama

Das Motiv liegt im Unklaren und hat möglicherweise ursächlich mit der Krankheit der Mutter zu tun. In der Familie – der 44 Jahre alte Vater arbeitete zuletzt als Pizzabäcker, er war zum Zeitpunkt des tragischen Geschehens mit der ältesten Tochter und dem Zwillingsbruder der Neunjährigen unterwegs – soll es keine gröberen Auseinandersetzungen gegeben haben. Die Mutter hat sich in ihren bisherigen Einvernahmen im Wesentlichen auf die Aussagen beschränkt, sie könne sich nicht erinnern, was vorgefallen sei. Sie sei “gestürzt”.

Der Vater, sonstige Familienmitglieder und Bekannte konnten sich in ihren polizeilichen Befragungen die Bluttat ebenfalls nicht erklären. Die überlebenden Kinder wachsen nunmehr bei den Großeltern in Ägypten auf.

(APA)

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