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Mutationen mittels PCR-Tests entdeckt: Großflächiger Einsatz nur in Wien

Nur in Wien werden die PCR-Tests großflächig durchgeführt.
Nur in Wien werden die PCR-Tests großflächig durchgeführt. ©REUTERS/Leonhard Foeger/File Photo
Corona-Mutationen werden nur mittels PCR-Test entdeckt. Diese werden jedoch nur in Wien großflächig eingesetzt. Gesundheitsstadtrat Hacker schlägt nun vor, die Tests zumindest auch in den größeren Städten anzubieten.

Mutationsvarianten des Coronavirus wie die Delta-Variante können nur mittels PCR-Test entdeckt werden. Allerdings kommen diese in Österreich nur in Wien großflächig zum Einsatz. Von 77.464 am Donnerstag durchgeführten PCR-Tests stammten gleich 69.505 aus der Bundeshauptstadt. Aus dem Büro des Wiener Gesundheitsstadtrates Peter Hacker (SPÖ) kam nun die Anregung, diese Tests zumindest auch in den größeren Städten am Land anzubieten.

PCR-Tests entdecken Infektionen vor Symptombeginn

"Der Vorteil des Tests ist klar: Er ist sehr präzise und entdeckt Infektionen schon frühzeitig noch vor Symptombeginn", sagte Hacker-Sprecher Mario Dujakovic der APA. Antigen-Schnelltests schlagen hingegen erst an, wenn das Infektionsgeschehen eine gewisse Intensität erreicht hat. Menschen, die infiziert sind, aber noch keine Symptome haben, werden oftmals nicht als Betroffene erkannt.

In Wien sind derzeit etwa 45 Prozent der positiven Fälle asymptomatisch. "Ein Antigen-Test würde bei den Fällen nicht bzw. viel weniger anschlagen. Damit hätten wir nicht nur diese Infektionsketten nicht unterbrochen, sondern würden bei 45 Prozent auch keine Informationen zu den Virusvarianten erhalten", so Dujakovic.

Delta-Variante sorgt international für ernste Situation

In Österreich gibt es bisher zwar nur sehr kleine Häufungen der Delta-Variante, international ist die Situation aber ernster: In Großbritannien sind etwa bereits 90 Prozent der neuen Fälle der neuen Variante zuzurechnen. Zudem ist die Delta-Variante auch wesentlich ansteckender. Die derzeitige Situation sei ähnlich wie im ersten Quartal dieses Jahres, als die B.1.1.7-Variante dominant wurde. "Wir haben keine Übersicht über die Verteilung in Österreich", so Dujakovic.

Genau hier hätten die PCR-Tests gegenüber Antigen-Tests einen weiteren entscheidenden Vorteil: Wenn diese positiv sind, können PCR-Tests umgehend auf Virusvarianten geprüft und auch sequenziert werden. Bei einem positiven Antigen-Test muss hingegen - sofern nicht einfach nur eine Quarantäne verhängt wird - ein weiterer PCR-Test gemacht und ausgewertet werden, was bis zu 14 Tagen dauern kann. "Wir verlieren wertvolle Zeit", sagte Dujakovic.

PCR-Tests wie in Wien nicht überall möglich

Dass im ländlichen Raum großflächige PCR-Tests wie in Wien, wo die Proben unter anderem in Supermärkten und Drogerien abgegeben werden können, schon rein durch die Infrastruktur nicht immer umsetzbar sind, ist klar. Aber in größeren Städten sollte dies kein Problem sein, wie es seitens des Hacker-Büros hieß. "Das würde schon einen besseren Überblick geben." Es müsse jedenfalls vermieden werden, dass die Lockerungen im Herbst wieder rückgängig gemacht werden könnten.

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(APA/Red)

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