Musiktheater Linz mit Uraufführung von Weltraum-Oper

"Terra Nova" ist Rainer Mennicken ein großes Anliegen
"Terra Nova" ist Rainer Mennicken ein großes Anliegen
Mit der Uraufführung der Weltraum-Oper "Terra Nova oder Das Weiße Leben" präsentiert Rainer Mennicken am 26. Mai im Musiktheater die letzte Premiere seiner zehnjährigen Intendanz in Linz. Am Libretto des Science-Fiction-Stücks war er, gemeinsam mit dem Autor Franzobel, selber beteiligt. Die Musik für das Auftragswerks des Landestheaters stammt vom deutschen Komponisten Moritz Eggert.


Für Rainer Mennicken ist “Terra Nova” das “letzte große Herzensanliegen” seiner Linzer Intendanz, die im Sommer zu Ende geht, wie er in einer Pressekonferenz am Mittwoch in Linz sagte. Dafür stellt der Chef des Hauses nicht nur 117 Mitwirkende auf der Bühne und 80 Musiker des Bruckner Orchesters Linz, sondern auch eine aufwändige Bühnentechnik zur Verfügung. Einmal mehr werden alle Sparten des Hauses zum Einsatz kommen.

Ursprünglich wollte Komponist Moritz Eggert, wie er heute erzählte, eine Oper über die erste Mondlandung komponieren. Nach Gesprächen mit Franzobel einigte man sich aber schließlich auf ein apokalyptisches Szenario. Die Erde wird von einer Weltregierung beherrscht, die es auf die Ausplünderung des Planeten bis hin zur Zerstörung abgesehen hat. “Sensationelle Signale aus dem All” lassen aber auf eine bewohnbare Alternative im Weltraum hoffen.

Es geht also in dem futuristischen Wissenschaftsthriller um die alte Frage, was den Menschen antreibt, anderswo ein besseres, lebenswerteres Leben zu suchen. Eine “weiße Materie”, die als Signal aus dem All auf der Erde eintrudelt, kündet von hoch entwickelten Wesen, die weder altern noch sterben. Schließlich verwandelt dieses “weiße Leben” die Erdenmenschen in Aliens, allerdings in menschlicher Gestalt. Es gibt keine Krankheit und keinen Tod mehr. Und wo bleibt die Liebe in dieser Oper? Intendant und Co-Librettist Mennicken beruhigt mit dem Hinweis, dass es in “Terra Nova” auch den klassischen Gefühlskonflikt gibt.

Dirigent Dennis Russell Davies bescheinigt der neuen Komposition eine “extrem farbige musikalische Sprache”, mit starken rhythmischen Elementen – bei Anklängen an Carl Orff. Das Instrumentarium reicht vom klassischen Orchester bis zur Big-Band mit Swing und Jazzelementen. Den starken Rhythmen entsprechen auch viele schnelle Szenenwechsel. Die Bühne beherrschen zwei riesige, vertikal angeordnete Planeten andeutende Drehscheiben.

Die Inszenierung besorgt der spanische Multimediakünstler Carlus Padrissa, die Bühne gestaltet Roland Olbeter, von Chu Uroz kommen die Kostüme. In den Hauptrollen singen und agieren Jacques le Roux als Weltpräsident, Mari Moriya als seine frühere Frau, Anais Lueken als seine Geliebte und Katerina Hebelkova als Astronomin. Dazu tummeln sich auf der Bühne Raumfahrer, Moonwalker, Bösewichte, ein Agent, Reporter und Partygäste bis hin zu Saint-Exuperys “Kleiner Prinz”. Es spielt das Bruckner Orchester Linz, die musikalischen Fäden der Produktion zieht Dennis Russell Davies.

(S E R V I C E – “Terra Nova oder Das weiße Leben”, Oper in drei Akten von Moritz Eggert, Libretto von Franzobel und Rainer Mennicken. Musikalische Leitung: Dennis Russell Davies, Regie: Carlus Padrissa, Choreografie: Mei Hong Lin, Bühne: Roland Olbeter. Auftragswerk des Landestheaters Linz in deutscher Sprache mit Übertiteln. Uraufführung am 26. Mai, Linzer Musiktheater, Großer Saal, weitere Aufführungen am 30. Mai; 3., 10., 12., 18. Juni und 5. Juli,)

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