Munch-Gemälde geht an Marina Mahler

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„Dies ist ein vollständiger Sieg.“ Mit diesen Worten hat der niederländische Anwalt von Marina Mahler, Gert-Jan van den Bergh, die Restitution des Munch-Gemäldes „Sommernacht am Strand“ kommentiert.

Das Gemälde „Sommernacht am Strand“ von Edvard Munch, um dessen Rückgabe die Gustav Mahler-Enkelin Marina Mahler lange gekämpft hat, wird aus der Österreichischen Galerie Belvedere an die Erben von Mahler-Werfel restituiert. Diese Empfehlung nach dem Rückgabegesetz sprach der zuständige Beirat am Mittwoch aus. Das Bildungsministerium wird sich an die Empfehlung halten und das Gemälde zurückgeben.

Den einstimmigen Beschluss, das Gemälde zur Rückgabe zu empfehlen, begründete der Beirat damit, dass auf Grund des Entschädigungsfondsgesetzes von 2001 in Verbindung mit der dazu seither ergangenen Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes die Möglichkeit besteht, in besonders begründeten Ausnahmefällen trotz rechtskräftiger gerichtlicher Entscheidungen Kunstgegenstände zurückzugeben.

In einer ersten Reaktion auf die Entscheidung, die sie von der APA erfuhr, zeigte sich Marina Mahler überwältigt: „Ich fasse es nicht! Wir haben gewonnen!“

Der Anwalt: „Der Anspruch war ein Testfall dafür, wie gut die Rückgabegesetze funktionieren.“ Marina Mahler, Enkelin von Gustav Mahler, sagte: „Ich bin erleichtert, dass jetzt endlich nach so vielen Jahren des inner- und außergerichtlichen Streites Gerechtigkeit waltet.“

Die Entscheidung sei ein „wichtiger Schritt zur Wiederherstellung der speziellen Verbindung zwischen meiner Familie und Österreich“, so die Allein-Erbin. „Sie würdigt das Gedächtnis meiner Großmutter Alma, die mit großer Trauer und einem tiefen Gefühl der Verletzung bis auf ihrem Totenbett um die Rückgabe des Gemäldes gekämpft hatte.“

Das neue Gesetz von 2001 wurde laut Van den Bergh zum ersten Mal im Rahmen der Rückgabe von Kunstwerken angewandt. „Die Entscheidung birgt Hoffnung für noch laufende und möglicherweise neue Fälle in sich, bei denen es um ähnlich gelagerte Rückgabeforderungen geht.“

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