"MQ Amore": Minigolf spielen vorm Museumsquartier

Am Vorplatz des Museumsquartiers kann jetzt Minigolf gespielt werden.
Am Vorplatz des Museumsquartiers kann jetzt Minigolf gespielt werden. ©APA/Georg Hochmuth
Am Donnerstag wird der bespielbare Skulpturenpark "MQ Amore" auf dem Vorplatz des Wiener Museumsquartiers eröffnet.

Den Schläger schwingen und dabei zeitgenössische Kunst genießen? Das kann man ab sofort am Vorplatz des Wiener Museumsquartiers. Dort wird am Donnerstag der bespielbare Skulpturenpark “MQ Amore” eröffnet. Die Minigolf-Anlage mit zwölf Löchern wurde von Künstlern und Architekten gestaltet. “Die Vermittlung zeitgenössischer Kunst ist eine unserer Kernaufgaben”, so MQ-Direktor Christian Strasser.

Dies soll bei diesem Projekt auf spielerische Weise gelingen. “Hinter jeder Skulptur steckt ein interessantes, künstlerisches Konzept, das sozusagen erspielt werden kann”, erläuterte Strasser bei einem Pressetermin am Vormittag. Die unter der Leitung von Architekt Daniel Sanwald konzipierte Anlage bezieht sich dabei auf die 50er-Jahre und damit jener Zeit, als Minigolf erstmals populär wurde. “Das weckt bei vielen sicher Kindheitserinnerungen oder nostalgische Gefühle”, so Strasser, der die bauliche Intervention als “positiv irritierend” bezeichnete.

“MQ Amore”: Klassisches Grundkonzept kreativ umgesetzt

Die Grundkonzeption ist denkbar klassisch: Bis Oktober kann täglich gespielt werden, die Schläger und Bälle sind um vier Euro pro Spiel bei einem Kiosk zu leihen. Und dann geht es mit Score-Karte bewaffnet auf die zwölf Bahnen, die von feld72, Anastasiya Yarovenko, heri&salli, PLOP sowie Bildstein/Glatz entworfen wurden. Vor allem Letztere stellen einige ziemlich knifflige Aufgaben für die Spieler, sind ihre futuristischen Rampen doch etwas anders als die üblichen Minigolf-Hindernisse. feld72 setzen ihre “Mi n ikry” aus 38 fixierten Bällen zusammen, die Herausforderung und Signatur in Brailleschrift gleichermaßen sind. Politischer geht Yarovenko vor, deren Bahn einen “Checkpoint” darstellt.

Ausgewählt wurden die Künstler von Leopold Museum, Architekturzentrum Wien (Az W), Kunsthalle Wien, Q21 sowie dem MQ selbst. Die beteiligten Institutionen zeigten sich durch die Bank angetan von der Intervention außerhalb ihrer Mauern. “Endlich geht das MQ wieder nach draußen”, meinte Az W-Chefin Angelika Fitz, die sich auch künftig vermehrt gemeinsame Vorhaben in den Höfen des MQ wünschte. Eine Wiederholung des vorerst temporär geplanten Skulpturenparks kann sich Strasser jedenfalls vorstellen, “sofern er gut angenommen wird”. Dann sei auch denkbar, weitere Institutionen des MQ und andere Künstler zu involvieren.

Die Kunsthalle Wien zieht es indes auch andernorts ins Freie: Vor ihrer Dependance am Karlsplatz wurde kürzlich “Gäste / Gosti / Misafirler” eröffnet, ein Projekt in Kooperation mit der Arbeiterkammer Wien und der Berufsschule für Baugewerbe. Gemeinsam mit dem Künstler Karsten Födinger haben dafür Schüler ein “Gästehaus” entwickelt, das sich mit gesellschaftlichen Entwicklungen und Multinationalität auseinandersetzt. Zu sehen ist die begehbare Skulptur bis Ende März 2018.

(APA, Red.)

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