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Mordkomplott: Ehefrau, Schwiegermutter und Stiefsohn angeklagt

©APA
Ein 41-jähriger Wiener wurde bestialisch getötet - "Mama, heute muss es passieren!"- Der Schwurprozess startet am 29. November.

Auf bestialische Weise wurde am 21. März 2007 der 41-jährige Andreas H. in seiner Wohnung in Wien-Floridsdorf getötet. Der Arbeiter fiel einem Mordkomplott zum Opfer, das laut Staatsanwaltschaft seine Ehefrau, die Schwiegermutter und sein 17 Jahre alter Stiefsohn geschmiedet hatten. Ab 29. November muss sich das Trio vor einem Schwurgericht im Wiener Straflandesgericht verantworten.

Die Verhandlung ist auf zwei Tage anberaumt. Den Frauen droht im Fall von Schuldsprüchen lebenslange Haft, dem Burschen nach dem Jugendgerichtsgesetz bis zu 15 Jahre Freiheitsentzug.

Die 14 Seiten umfassende Anklageschrift von Staatsanwältin Katja Wallenschewski liest sich wie das Drehbuch eines abartigen Horrorfilms. Demnach soll die 35-jährige Ehefrau im Februar 2007 ihrer Mutter anvertraut haben, dass ihr Mann “weg müsse, egal wie”. Angeblicher Grund: Dieser habe “immer abartigere sexuelle Fantasien an sie herangetragen, derer sie sich nicht habe erwehren können”.

Am Frühstückstisch sollen Mutter und Tochter in aller Ruhe infrage kommende Tötungsarten besprochen haben. Man kam überein, den älteren Sohn der unzufriedenen Ehefrau einzuweihen, der seit einigen Wochen bei seiner Großmutter lebte.

Der zum Tatzeitpunkt 17-Jährige wurde laut Anklage gefragt, “ob er sich das zutrauen würde”. Seine Reaktion: “Vom Wunsch getragen, von seiner Mutter und Großmutter ‘akzeptiert’ zu werden, sagte er zu, ‘es zu machen’, aber dass er sich die Tat nur unter Drogeneinfluss getraue”.

Seine 53-jährige Großmutter schenkte ihm daraufhin insgesamt 200 Euro zum Ankauf von Kokain. Bereits Anfang März soll die Familie den ersten Versuch unternommen haben, den lästigen Ehemann zu töten: Die Großmutter soll den 17-Jährigen mit den Worten “Du musst aufstehen, wir müssen das jetzt erledigen!” geweckt und ihm ein Messer, eine Staubmaske mit Sehschlitzen und Handschuhe überreicht haben. Der Bursche konsumierte etwas Suchtgift und passte den 41-Jährigen am frühen Morgen bei den Müllcontainern seiner Wohnanlage ab, wo ihn dann allerdings der Mut verließ.

Die Frauen einigten sich nach diesem “Misserfolg” dahingehend, bei einem Bekannten eine Pistole anzukaufen. Die Großmutter chauffierte ihren Enkel noch am selben Abend zum Albener Hafen, wo dieser Schießübungen durchführen musste. In weiterer Folge dürfte der 17-Jährige mindestens drei Versuche unternommen haben, den Stiefvater vor seiner Wohnung zu erschießen. Er getraute sich allerdings nie, die Waffe auf den mann zu richten und abzudrücken und redete sich auf Passanten heraus, die ihn “gestört” hätten.

Der Mutter des Jugendlichen riss schließlich der Geduldsfaden. Sie erklärte am Morgen des 21. März ihrer Mutter beim gemeinsamen Frühstück: “Mama, heute muss es passieren!” Im “Familienrat” wurde beschlossen, einen “Raubmord” zu inszenieren. Man wollte den Eindruck erwecken, Einbrecher wären in die Wohnung des Ehemanns eingedrungen und von diesem überrascht worden, worauf die Eindringlinge diesen erschossen hätten.

 

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