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Morddrohungen: Polizeischutz für Kosor

Die stellvertretende kroatische Ministerpräsidentin Jadranka Kosor steht nach einer Morddrohung unter Polizeischutz. Ein Kriegsveteran droht ihr sie zu töten, sollte er bald keine Wohnung bekommen.

Ein Kriegsveteran habe die Politikerin der Kroatischen Demokratischen Gemeinschaft (HDZ) von Premier Ivo Sanader vor zwei Wochen beim Verlassen des Regierungsgebäudes in Zagreb bedroht, berichtete die Tageszeitung “Jutarnji list” (Mittwochsausgabe). “Wenn ich keine Wohnung bekomme, werde ich zu töten beginnen, und ich werde mit ihnen anfangen”, sagte der aus Kastel auf der Halbinsel Istrien stammende Mann.

Am gestrigen Dienstag wurde Kosor von zehn Leibwächtern beschützt, als sie bei Kastel 90 Wohnungen an Kriegsveteranen übergab. Kosor ist in der kroatischen Regierung für die hunderttausenden Kämpfer des Unabhängigkeitskriegs (1991-95) zuständig. Der Staat hat Kriegsinvaliden, die vielfach wegen der damaligen Ereignisse auch traumatisiert sind, schon vor Jahren Wohnungen versprochen.

Bereits vor einem Monat hatte ein Kriegsveteran aus Kastel der Ministerin mit einem Gewaltexzess gedroht, sollte er keine Wohnung bekommen. “Ich werde schlimmer sein als Korade”, sagte der Ex-Soldat in Anspielung auf den früheren kroatischen General und Kriegshelden Ivan Korade, der im Frühjahr bei einem Amoklauf vier Angehörige getötet haben soll. Nach einer tagelangen Großfahndung wurde er in seinem Versteck nördlich von Zagreb tot aufgefunden.

Kosor sagte am Dienstag in Kastel, es handle sich “um eine der größten Wohnungszuteilungen für Kriegsinvaliden der vergangenen fünf Jahre in ganz Kroatien”. Zugleich versprach sie, die Wohnungsfrage für alle 492 Kriegsinvaliden um Kastel lösen zu wollen. Derzeit würden in Kroatien 645 Wohnungen für Kriegsveteranen gebaut, der Bau von 400 weiteren solle bald erfolgen.

Den Unmut der Kriegsveteranen und ihrer Angehörigen konnte Kosor mit ihren Aussagen jedoch nicht dämpfen. “Das ist kein Rechtsstaat, das ist eine Schande. Für wen hat mein Mann gekämpft”, sagte die Kriegerwitwe Mirjana Martlovic der Zeitung. Der Armee-Hauptmann Dragomir Lijic sagte, dass er schon seit zehn Jahren auf eine staatliche Wohnung warte. Besonders verbittert zeigte er sich darüber, “dass heute Leute Wohnungen erhalten haben, die ich nie an der Front gesehen habe”. Kritik kam auch vom kroatischen Kriegsinvalidenverband (Hvidra). 20 der 90 Wohnungen in Kastel seien “über Beziehungen” vergeben worden, “und einige der Leute, die Wohnungen erhielten, haben schon bis zu drei Häuser”, teilte der Verband in einer Aussendung mit.

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