Mordanklage gegen Wiener Schüler

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Im Fall des am 15. September in der Polytechnischen Schule in Wien-Währing getöteten Schülers liegt nun die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Wien vor. Darin wir dem mittlerweile 16 Jahre alten Täter das Verbrechen des Mordes angelastet.

Nach Ansicht der Anklagebehörde hat er demnach einen 14 Jahre alten Mitschüler durch zwei Stiche mit einem Fixiermesser vorsätzlich getötet.

Der Angeklagte war im Alter von zweieinhalb Jahren mit seiner Familie von Serbien nach Wien gezogen. Er besuchte hier die Volks- und Hauptschule, am 7. September begann der Unterricht im Polytechnikum. Der Bursche weist zwar keine Vorstrafen auf, ist allerdings schon zwei Mal strafrechtlich in Erscheinung getreten. Das bei der Tat verwendete Fixiermesser hatte der Jugendliche zwei Tage zuvor erworben. „Die Waffe faszinierte ihn, er fühlte sich stark und anderen überlegen“, so Staatsanwältin Barbara Mayer in ihrer Anklage. In den folgenden zwei Tagen soll der 16-Jährige damit die Klasse wiederholt provoziert haben.

Am 15. September kam es schließlich in der Großen Pause in der Klasse „K1“ im dritten Stock zu der folgenschweren Auseinandersetzung zwischen dem mittlerweile 16-Jährigen und einem 14-jährigen Mitschüler, bei der der Ältere laut Anklage “…mit dem Messer zwei Mal im Rumpfbereich kraftvoll zunstach“. Die Stiche trafen das Herz, die Körperhauptschlagader und die Hohlvene.

Der schwer verletzte Bub starb trotz sofortiger Erste Hilfe- Leistung durch einen Lehrer und einer mehrstündigen Notoperation im Wilhelminenspital. Die Staatsanwältin ist überzeugt, dass die vom Täter behauptete Notwehrsituation nicht gegeben war. Verteidiger Peter Philipp bestreitet indes die Tötungsabsicht. Er dürfte sich demnach in der Hauptverhandlung, für die es noch keinen Termin gibt, in Richtung Notwehr bzw. Körperverletzung mit Todesfolge verantworten. Sollte es zu einem Schuldspruch im Sinne der Anklage kommen, drohen dem Jugendlichen ein bis zehn Jahre Haft.

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