Mord und Selbstmord in Wien

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Mit einer Pumpgun hat am Montag der 42-jährige Nuri A. in Wien-Rudolfsheim seine zweijährige Tochter getötet. Er schoss dem Kind in die Brust und setzte unmittelbar danach auch seinem Leben auf die selbe Art ein Ende.

Davor hatte er seiner Ex-Frau auf einem Zettel die Bluttat angekündigt.

„Bis die Rose verwelkt und bis ich sterbe, werde ich dich lieben. Meine Burzin (die Tochter, Anm.) und mich wirst du bis zum Tod nicht vergessen“, schrieb der beschäftigungslose Mann auf ein Stück Papier, das auf der Rückseite eines Fotos klebte. Dieses hatte er gegen 8.30 Uhr vor dem Kindergarten beim Schwendermarkt – ebenfalls in Rudolfsheim – der Kindesmutter überreicht. Die 31-Jährige wollte eigentlich ihre Tochter in Empfang nehmen, die das Wochenende beim Vater verbracht hatte.

Eine Freundin der Frau, die Zeugin des Vorfalls geworden war, versuchte noch, das Mädchen aus dem Auto zu zerren, was aber misslang. Nur wenig später – die Polizei war bereits verständigt – führte Nuri A. noch ein Telefonat mit der 31-Jährigen. Dabei hörte die Frau noch die Repetiergeräusche der Pumpgun, bevor das Gespräch abbrach.

Beide waren sofort tot

Der 42-Jährige war mit seinem Mazda 121 vom Kindergarten in die wenige Häuserblöcke entfernte Rauchfangkehrergasse gefahren und hatte den Pkw vor einer Tankstelle geparkt. Dort schoss er zuerst seiner zweijährigen Tochter und unmittelbar darauf sich selbst in die Brust. Beide waren auf der Stelle tot. Laut Oberst Georg Rabensteiner vom Kriminalkommissariat West musste die Mutter schwer geschockt ins Krankenhaus eingeliefert werden. Sie war am Montag noch nicht vernehmungsfähig.

Bis 1997 waren das Paar verheiratet, dann folgte die Scheidung. Dennoch hatten die beiden auch nach der Trennung Kontakt zu einander, vor zwei Jahren kam schließlich Tochter Burzin zur Welt. Wie Rabensteiner berichtete, dürfte es innerhalb der Familie aber immer wieder zu Schwierigkeiten gekommen sein. „Die Frau ist im Juni 2005 nach Deutschland zu ihrer Schwester geflüchtet, anschließend zu ihrer Mutter in die Türkei. Nach ihrer Rückkehr nach Österreich hat sie sich bei ihrer Freundin versteckt. Der Mann hat sie trotzdem gefunden.“

Die Beziehung habe die Frau nicht ganz freiwillig geführt, laut Rabensteiner habe Nuri M. immer wieder Druck auf die 31-Jährige ausgeübt. Arbeit sei der 42-Jährige keiner nachgegangen, nur seine Ex-Frau war berufstätig.

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