Mord in der Residenz des libanesischen Botschafters

Im Keller der Botschafter-Villa wurde heute um 10 Uhr vormittags die philippinische Haushälterin Romalyn B. (30) erstochen aufgefunden. Der Botschafter selbst ist nicht im Land, neben dem Opfer war nur die Köchin im Haus - sie entdeckte die Ermordete.
Bilder vom Tatort in Währing
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Rätselhafter Mord in der Residenz des libanesischen Botschafters Ishaya El Khoury in Wien: Am Dienstagvormittag ist die philippinische Haushälterin des Diplomaten tot von einer Köchin in der Kellerwohnung seiner Villa in Wien-Währing gefunden worden. Die 30-jährige Frau wies mehrere Messerstiche im Brustbereich auf. Bisher gibt es laut Polizei keine Spur zu dem Täter. Die Ermittlungen liefen am Dienstagabend noch auf Hochtouren.

Gegen 10.30 Uhr hat die 50-jährige Köchin des Botschafters, ebenfalls eine Filipina, die leblose Angestellte in ihrer Kellerwohnung der Villa in der Gymnasiumstraße 59 am Boden liegend gefunden. Die Tote war bekleidet. Einbruchsspuren wurden von der Polizei nicht entdeckt.

Suche nach Tatwaffe

Mit Stöberhunden haben Kriminalisten rund um den Tatort nach der Waffe und nach möglichen Spuren zum Täter gesucht. Über den Hergang des Verbrechens oder ein mögliches Motiv gab es von der Polizei bis in die Abendstunden keine Informationen.

Die Ermordete war verheiratet, hatte aber keine Kinder. Seit 2007 soll sie als Haushälterin in der Botschaftsresidenz gearbeitet haben. Botschafter Ishaya El-Khoury befand sich zum Tatzeitpunkt außer Landes. “Er war mit seiner Familie auf Urlaub”, sagte Polizeisprecherin Iris Seper. Der Diplomat sei über den Vorfall informiert worden und wolle sobald wie möglich zurück nach Wien kommen.

Der Ehemann der toten 30-Jährigen wurde – wie auch die 50-jährige Köchin – am Nachmittag einvernommen. “Wir ermitteln in alle Richtungen”, hielt man sich bei der Polizei mit Informationen bedeckt. Ein Obduktionsergebnis erwarte man frühestens für Mittwoch.

Wer war noch im Haus?

Wer sich im Haus, der im 19. Jahrhundert erbauten Villa Reinheimer, außer der Toten in der Nacht auf Dienstag aufgehalten hat, ist Gegenstand der Ermittlungen. Die Köchin war erst am Vormittag in die Residenz gekommen und hat die Leiche gefunden.

Weniger Probleme hatten die Ermittler zunächst mit den Sonderregelungen, die für Botschaften und Residenzen von Diplomaten gelten. Laut Peter Launsky-Tieffenthal ist für Ermittlungen an Ort und Stelle die Zustimmung des betreffenden Drittstaates notwendig, das Gelände ist exterritorial. Im vorliegenden Fall hatten die Libanesen selbst die Einsatzkräfte verständigt. Diese durften am Tatort ein- und ausgehen. Die libanesische Konsulin traf nach Bekanntwerden des Vorfalls ebenfalls am Tatort ein.

Zeugen dringend gesucht!

Sachdienliche Hinweise von Passanten, die etwaige Auffälligkeiten beobachtet haben, werden an das Landeskriminalamt Wien unter der Telefonnummer 31310 DW 33120 erbeten.

Gymnasiumstr. 59, 1180 Wien, Austria

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