Montoya-Triumph in Silverstone

Der Kolumbianer Juan Pablo Montoya hat am Sonntag den Formel-1-Grand-Prix von Großbritannien vor Alonso und Räikkönen gewonnen. Christian Klien (Red Bull) erreichte den 15. Rang.  Fahrerwertung | Konstrukteurs-WM

Dank eines perfekten Starts hat der Kolumbianer Juan Pablo Montoya am Sonntag den Formel-1-Grand-Prix von Großbritannien gewonnen. Der McLaren-Mercedes-Pilot triumphierte auf dem 5,141 km langen Kurs in Silverstone nach 60 Runden knapp vor dem spanischen Renault-Fahrer Fernando Alonso, der damit seine WM-Führung weiter ausbaute.

Bereits 26 Zähler beträgt der Vorsprung des 23-jährigen Asturiers nach elf von 19 Saisonläufen auf Kimi Räikkönen. Der Finne fuhr in Mittelengland zwar vom zwölften auf den dritten Platz vor, doch wie schon vor einer Woche in Frankreich, wo ihn ebenfalls ein Motorschaden zehn Startpositionen gekostet hatte, büßte er wieder zwei weitere wichtige Zähler auf Alonso ein.

Noch schlechter erging es Rekord-Weltmeister Michael Schumacher, der auf dem ehemaligen Flughafengelände nicht über Rang sechs hinauskam. Damit liegt der deutsche Ferrari-Superstar acht Rennen vor Schluss als WM-Dritter 34 Punkte hinter dem WM-Leader, womit er das Unternehmen erfolgreiche Titelverteidigung praktisch vergessen kann. Absolut chancenlos auf Zähler waren die beiden Österreicher Christian Klien (Red Bull) und Patrick Friesacher (Minardi), die nicht über die Ränge 15 bzw. 19 hinauskamen.

„Ich wusste, dass wir das Potenzial zum Sieg haben, doch der Start war der Schlüssel zu diesem knappen Erfolg“, sagte Montoya nach dem insgesamt fünften Sieg seiner Formel-1-Karriere bzw. ersten nach seinem Wechsel von Williams-BMW zu McLaren-Mercedes. „Und dass ich das Heimrennen meines Teams gewonnen habe, macht diesen Sieg natürlich noch schöner. Das ist einfach großartig“, meinte der 29-Jährige aus Bogota, der von seiner Frau Connie sowie seinem drei Monate alten Sohn Sebastian zum GP in Silverstone begleitet wurde.

Alonso wusste, dass für ihn auf der McLaren-Hausstrecke der sechste Saisonsieg möglich gewesen wäre. „Es war in der Tat ein sehr enges Rennen. Wenn ich beim ersten Boxenstopp nicht so viel Sprit getankt hätte, wäre es sich vielleicht für Platz eins ausgegangen. Dazu kamen noch die Überholmanöver, die mich auf Grund der fehlenden Blauen Flaggen wertvolle Zeit gekostet haben“, analysierte der Saisondominator. „Wenn auch mehr drinnen gewesen wäre, kann ich zufrieden sein, denn schließlich habe ich Kimi sicher auf Distanz gehalten und somit meine WM-Führung ausgebaut.“

Räikkönen hatte zwar seinen zweiten Motorschaden innerhalb von acht Tagen noch immer nicht ganz verdaut, war aber froh, „immerhin aufs Podium gefahren“ zu sein. „Mehr war leider nicht möglich, ich hoffe, dass ich nun für den Rest der Saison von solchen Pannen verschont bleibe. Denn unter normalen Umständen hätte ich hier gewonnen“, betonte der 25-Jährige.

Michael Schumacher machte einen noch enttäuschteren Eindruck als „Iceman“ Räikkönen, auch wenn der 36-Jährige meinte: „Ich bin gefasst.“ Doch der gewaltige Rückstand von fast einer Runde auf Renault und McLaren machte dem Deutschen sichtlich zu schaffen. „Mehr als Platz drei ist für uns im Moment nicht möglich. Diese Phase müssen wir jetzt durchleben“, erklärte „Schumi“.

Auch für den Vorarlberger Klien war Platz 15 „nicht das Ergebnis, das wir uns gewünscht haben. Doch das Auto war relativ schwer zu fahren.“ Und der Kärntner Friesacher, der auf Grund fehlender Sponsorgelder vielleicht sein letztes Rennen für Minardi bestritt, kommentierte seinen letzten Platz mit klaren Worten: „Das Rennen war eine Katastrophe!“

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