Mögliche verlängerte Schulschließungen: NEOS fordern Planbarkeit

Die NEOS fordern bezüglich der Schulen eine verbesserte Planbarkeit für alle Betroffenen.
Die NEOS fordern bezüglich der Schulen eine verbesserte Planbarkeit für alle Betroffenen. ©APA (Sujet)
Die NEOS fordern von der Regierung "endlich ein durchdachtes, umfassendes Sicherheitskonzept für den Bildungsbereich vorzulegen, das den Pädagogen, Eltern und vor allem den 1,2 Millionen Schülern Planbarkeit gibt". "Es ist eine Zumutung und eine Geringschätzung der Pädagogen, Eltern und vor allem der Kinder und Jugendlichen, dass nach wie vor nicht klar ist, ob Schulen am 18. oder am 25. Jänner starten", so NEOS-Bildungssprecherin Martina Künsberg Sarre.

"Was die verschiedenen Vertreter der Regierung aktuell abliefern, zeigt einmal mehr, dass Bildung in dieser Bundesregierung nicht den Stellenwert hat, den sie verdient", so Künsberg Sarre im Gespräch mit der APA. "Die Regierung ist sich bei den Schulen offensichtlich einmal mehr uneins. Eine Regierung, die nur in der Dimension 'Schule auf - Schule zu' denken kann, ist untragbar, angesichts der längst bekannten Bildungsdefizite und der langfristigen psychischen, physischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen."

Lockdown: NEOS erwarten Schulöffnung am 18. Jänner

Künsberg Sarre erwartet, dass ab 18. Jänner endlich wieder normaler Unterricht stattfindet, mit entsprechenden Tests vor der Öffnung, und pocht einmal mehr auf ein umfassendes Sicherheitskonzept, das bis dahin ausgearbeitet und endlich umgesetzt werden muss. "Die Pandemie ist weder am 18. noch am 25. Jänner vorbei, sie wird uns auch im nächsten Semester begleiten. Deshalb muss die Regierung für die Schulen endlich gangbare Lösungen vorlegen. Nur aufs Frühjahr zu warten und zu hoffen, dass man dann wieder mehr draußen sein kann, und bis dahin ein bisschen zu lüften, wird entschieden zu wenig sein."

Die NEOS hätten seit dem Sommer verschiedene Vorschläge gemacht, zum Beispiel ein regelmäßiges Screening, um Clusterbildungen zu verhindern, eine Fast Lane für Tests an Schulen und die Anmietung von weiteren Räumlichkeiten, um die Anzahl der Personen pro Raum zu reduzieren. "Außerdem muss die Regierung dafür Sorge tragen, dass auch in den Schulen rasch und ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht und die Lehrerinnen und Lehrer zu den allerersten Gruppen gehören, die geimpft werden", fordert die Bildungssprecherin.

Ende der Weihnachtsferien bringt wieder Fernunterricht

Mit dem Ende der Weihnachtsferien beginnt morgen, am 7. Jänner, plangemäß wieder der Unterricht an den heimischen Schulen. Abgesehen von den Sonderschulen ist es für die Kinder und Jugendlichen allerdings keine Rückkehr in die Klassenzimmer sondern in den Fernunterricht. Frühestens am 18. Jänner soll dann der Präsenzunterricht wieder für alle 1,13 Mio. Schüler starten, falls die Infektionszahlen das zulassen. Über den tatsächlichen Termin wird erst entschieden.

Wann der Präsenzunterricht wieder beginnt, wird von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) per Verordnung festgelegt. Nach geltender Gesetzeslage sollen die Schüler am 18. Jänner wieder im Klassenzimmer sitzen, hatte der Minister zuletzt betont - falls die Infektionszahlen dies zulassen. In den kommenden Tagen stünden dazu noch politische Entscheidungen an, erklärte dazu jüngst Generalsekretär Martin Netzer. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hatte Anfang der Woche auf Gespräche in den Folgetagen verwiesen, ÖVP-Klubchef August Wöginger indes bereits seine Präferenz für geschlossene Schulen bis zum Ende des Lockdowns am 24. Jänner gezeigt.

Hoffnung auf regulären Schulbetrieb ab 25. Jänner

"Wir hoffen, dass ein 'normaler' Schulstart im Präsenzunterricht so rasch wie möglich stattfinden kann, aber die Gesundheit hat Vorrang", erklärten am Mittwoch Niederösterreichs Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) und Bildungsdirektor Johann Heuras in einer Aussendung. Wann ein regulärer Unterricht an Ort und Stelle möglich sein wird, werde "sich aber erst in den nächsten Tagen herausstellen".

Wie bereits in vergangenen Fernunterricht-Phasen wird für unter-14-Jährige bei Bedarf wieder Betreuung an den Schulen angeboten. Zuletzt (30.11. bis 4.12.) haben laut Bildungsministerium knapp 18 Prozent der unter-14-Jährigen dieses Angebot genutzt, an Volksschulen waren es 27 Prozent. Lediglich an den Sonderschulen wird bereits ab 7. Jänner wieder Unterricht im Klassenzimmer stattfinden, da ein Umstellen auf Fernunterricht teilweise aufgrund der Einschränkungen der Schüler nur schwer möglich ist.

Der Dachverband der Elternvereine an öffentlichen Pflichtschulen hat am Mittwoch in einer Aussendung erneut betont, dass er "wie angekündigt" eine Rückkehr der Schüler am 18. Jänner erwartet. "Der Dachverband trat immer und tritt weiterhin für geregelten und kontinuierlichen Präsenzunterricht ein." Um diesen zu ermöglichen, fordert der Dachverband dass Lehrern, die sich freiwillig impfen lassen wollen, der Impfstoff vorrangig zur Verfügung gestellt werden soll. Immerhin seien diese zweifellos systemrelevantes Personal. Außerdem soll es wöchentliche Testungen der Schüler geben, Voraussetzung sei allerdings eine ausdrückliche Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten.

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(APA/Red.)

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