Mladic und Hadzic Priorität für Nachrichtendienst

Die Festnahme der zwei letzten flüchtigen Angeklagten des UNO-Tribunals für Kriegsverbrechen im einstigen Jugoslawien (ICTY), des ehemaligen Militärchefs der bosnischen Serben, Ratko Mladic, und des früheren Chefs der kroatischen Serben, Goran Hadzic, ist heuer die vorrangige Aufgabe des serbischen Nachrichtendienstes BIA.

Dies sagte BIA-Chef Sasa Vukadinovic am heutigen Freitag im serbischen Parlament.

“Gegenwärtig wissen wir nicht, ob sie sich auf dem Gebiet Serbiens oder anderswo aufhalten”, sagte der BIA-Chef. Der Nachrichtendienst verhalte sich allerdings so, als ob die Haager Angeklagten in Serbien wären und treffe alle erforderlichen Maßnahmen und Aktivitäten, versicherte Vukadinovic. Mladic und Hadzic würden unverzüglich festgenommen, wenn ihre Verstecke entdeckt werden.

Nur wenige Tage nachdem Vukadinovic im Vorjahr das Amt des BIA-Chefs übernommen hatte, wurde in Belgrad der einstige Präsident der bosnischen Republika Srpska, Radovan Karadzic, festgenommen und an das Haager Gericht überstellt. Deswegen wurde darüber spekuliert, dass Vukadinovic’ Vorgänger Rade Bulatovic schon länger von dem Aufenthaltsort des gesuchten mutmaßlichen Kriegsverbrechers in Belgrad wusste. Medienberichten zufolge hatte Dragan Dabic, unter dessen Namen sich Karadzic versteckte, mindestens ein Jahr lang in der serbischen Hauptstadt seinen ständigen Wohnsitz.

Großes Aufsehen löste vergangene Woche die Information über die Festnahme eines mutmaßlichen Haager Angeklagten in Kenia aus. Man ging zuerst davon aus, dass es sich um Mladic handeln dürfte. Später stellte es sich heraus, dass der festgenommene Mann ein 65-jähriger kroatischer Bürger war, der seit 25 Jahren in Kenia lebt. Der Mann wurde daraufhin wieder freigelassen.

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