Mit neuem Musiktheater in "anderer Liga" spielen

Oberösterreich will mit dem neuen Musiktheater in Linz, dessen Errichtung im April 2013 abgeschlossen sein soll, künftig in einer "anderen Liga" als bisher spielen.

Das kündigte Landeshauptmann Josef Pühringer (V) als Kulturreferent anlässlich einer Vorschau auf die heurigen Schwerpunkte seines Ressorts in einer Pressekonferenz am Dienstag in Linz an.

Pühringer erklärte, mit der neuen Spielstätte werde es künftig “keine Differenzierung” mehr zu Wien und Salzburg geben. Anlässlich der Fertigstellung werde sich die Frage eines neuen oberösterreichischen Festivals ab 2014 intensiver stellen. Denn mit dem Brucknerhaus, das bisher das “Brucknerfest Linz” organisierte, und dem Musiktheater stünden dann zwei ausgezeichnete Spielstätten zur Verfügung. 2012 sollte mit einem entsprechenden Konzept abgeschlossen werden. Es könnte der “große Wurf” gelingen, wenn Stadt Linz und Land Oberösterreich ohne Konkurrenzdenken gemeinsam ein neues Festivalformat entwickeln. Denn dem Publikum sei es egal, wer wo veranstalte.

Der Musiktheaterbau sei weiterhin sowohl im Zeit- als auch im Finanzplan (150 Mio. Euro). Das Programm ab Fertigstellung stehe: Unter anderem zur Eröffnung eine Philip-Glass-Oper nach dem Peter-Handke-Stück “Spuren der Verirrten”, sowie die Wiederaufnahme von Richard Strauss’ “Rosenkavalier”, als erste Ballettproduktion Sergej Prokofjews “Romeo und Julia” und der Start von Richard Wagners “Ring des Nibelungen”.

Als bedeutendste Projekte für das heurige Jahr nannte Pühringer das Theaterfestival für junges Publikum “Schäxpir” mit rund 50 Produktionen und 150 Vorstellungen sowie die Vorbereitungen auf die gemeinsamen Landesausstellungen mit Bayern 2012 über “Habsburger und Wittelsbacher” und 2013 mit Südböhmen über Gemeinsames, Trennendes und bisher wenig Bekanntes im Verhältnis der beiden Länder jeweils an mehreren Schauplätzen. Es gehe darum, dass sich die betroffenen Regionen im Vorfeld intensiv mit den Themen auseinandersetzen, sich rechtzeitig begeistern und damit zum wichtigsten Werbeträger würden.

Darüber hinaus hätten auch die Kultureinrichtungen des Landes zahlreiche Arbeitsschwerpunkte. Beispielsweise plant die Anton Bruckner Privatuniversität eine Neustrukturierung ihres Angebots, das Landesarchiv und die Landesbibliothek treiben die Digitalisierung des kulturellen Erbes voran. Die Landesmuseen würden eine große Bolivien-Ausstellung organisieren, das OK Offenes Kulturhaus “Höhenrausch 2” über den Dächern der Stadt Linz – die Neuauflage eines Publikumserfolges vom Kulturhaupstadtjahr Linz09. Das Landestheater werde mit der Uraufführung einer Oper des oberösterreichischen Komponisten Balduin Sulzer zur Geschichte des Kaspar Hausers die Tradition fortsetzen, Zeitgenossen eine Chance zu geben.

Dass das Kulturbudget heuer mit fast 171 Mio. Euro – plus sechs Mio. hauptsächlich wegen Baumaßnahmen wie Musiktheater – nicht gekürzt wurde, bezeichnete Pühringer als “beachtlichen Erfolg”. Er scheue keinen Vergleich mit anderen Bundesländern.

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