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Mit Bankkarte ohne PIN oder Unterschrift bezahlen

Bezahlen im Vorbeigehen.
Bezahlen im Vorbeigehen. ©dapd
Beim Einkauf sollen Verbraucher künftig mit ihrer Bankkarte blitzschnell ohne PIN oder Unterschrift bezahlen können. Die deutsche Kreditwirtschaft stellte am Mittwoch in Frankfurt am Main "girogo" zum "kontaktlosen Bezahlen" vor. In einem Pilotprojekt im Großraum Hannover ist dies aber vorerst nur für Beträge bis 20 Euro möglich.

Ab Mitte April sollen nach Angaben der Bankenverbände mehr als 1,3 Millionen Kunden von Banken und Sparkassen im Großraum Hannover sowie in Braunschweig und Wolfsburg die Möglichkeit haben, bis zu 20 Euro mit ihrer girocard in weniger als einer Sekunde praktisch im Vorbeigehen an der Kasse zu bezahlen. Die Bezahlung soll in der Probephase über den Prepaid-Chip auf der Karte erfolgen. Unter anderem an allen deutschen Geldautomaten, aber auch bei teilnehmenden Händlern kann die Karte mit bis zu 200 Euro aufgeladen werden. Beim Einkauf wird die girocard nur noch vor das Bezahlterminal gehalten.

Probejahr

Im Großraum Hannover nehmen zunächst ausgewählte Einzelhändler und Tankstellen an dem Pilotprojekt teil. Dazu gehören unter anderem der Lebensmitteleinzelhändler Edeka, die Esso-Tankstellen und die Douglas-Parfümerien. “girogo” soll in der Region zunächst etwa ein Jahr erprobt werden. Von Seiten der Kreditwirtschaft sind an dem Projekt unter anderem der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, der Bundesverband deutscher Banken und der Deutsche Sparkassen- und Giroverband beteiligt.

“Zukunftstechnologie”

Die Bankenbranche zeigte sich vom Erfolg der neuen Zahlungsmöglichkeit überzeugt. “Wir sehen kontaktloses Bezahlen als Zukunftstechnologie”, sagte der Vorstand des Bundesverbandes der Volksbanken und Raiffeisenbanken, Andreas Martin. Es sei “außerordentlich schnell und bequem”. So verkürzten sich auch die Wartezeiten für die Kunden an den Kassen. Das Bezahlen mit “girogo” sei um bis zu 25 Prozent schneller als eine herkömmliche Kartenzahlung und doppelt so schnell wie eine Bargeld-Zahlung.

Einzelhandel hofft auf Kostenersparnis

Auch der Einzelhandel sieht Vorteile in dem neuen System. Der Vorstand von Edeka Minden-Hannover, Wolfgang Mücher, verspricht sich davon etwa, den Aufwand für die Bereitstellung und Entsorgung von Bargeld zu verringern. Wichtig sei für sein Unternehmen gewesen, dass das System schnell sei und keine zusätzliche Karte gebraucht werde, sagte Mücher. Er sprach sich allerdings dafür aus, den Betrag von 20 Euro zu erhöhen.

“Hohe Sicherheitsstandards”

Die Bankenverbände versicherten, dass das “kontaktlose Bezahlen” sicher sei. “Es gelten die hohen Sicherheitsstandards der deutschen Kreditwirtschaft”, erklärten die Verbände. Volks- und Raiffeisenbanken-Vorstand Martin sagte, es könne zum Beispiel auch niemand auf der Straße auf die Karte zugreifen. Im Geschäft sei die Übertragungsstrecke zwischen Terminal und Karte verschlüsselt.

“Kontaktloses Bezahlen” wird unter anderen Bedingungen auch von Kreditkarten-Unternehmen angeboten. Auch mit modernen Handys soll in Zukunft auf diese Weise bezahlt werden können.

(APA)

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