Mildes Wetter und beste Festivalstimmung beim Wiener Sommernachtskonzert

Bombenstimmung beim Sommernachtskonzert im Schlosspark Schönbrunn
Bombenstimmung beim Sommernachtskonzert im Schlosspark Schönbrunn ©APA/HERBERT PFARRHOFER
Ein Riesenerfolg war das Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker, das am Donnerstagabend in Schönbrunn stattfand: 100.000 begeisterte Besucher sahen Konzert unter der Leitung von Dirigent Gustavo Dudamel.
Beim Sommernachtskonzert
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Am Fronleichnam-Feiertag zog ein besonderes Kultur-Highlight tausende Gäste nach Schönbrunn – und die waren bestens vorbereitet: Decken, Klappstühle, Chips und Popcorn – die Besucher beim 9. Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker im Schlosspark waren gut ausgerüstet.

Kaiserwetter beim Sommernachtskonzert

Viele hatten auch Schirme dabei. Doch die waren heuer unnötig – das Wetter hielt und brachte einen milden Sommerabend. Rund 100.000 Menschen versammelten sich laut Veranstalter vor dem Neptunbrunnen und auf der Gloriette-Wiese. Dirigent Gustavo Dudamel begeisterte sie mit Energie und Leichtigkeit trotz eines anspruchsvollen Programms.

Unter dem Motto “Dances und Waves” führte er das Publikum durch Tänze aus der russischen, italienischen und deutschen Oper, darunter der Tanz der sieben Schleier aus Richard Strauss Oper “Salome” oder der Tanz der persischen Sklavinnen aus der Oper “Chowanschtschina” von Modest Mussorgsky. Einen aus der Werbung bekannten Ohrwurm lieferte zum Abschluss der Tanz der Stunden aus “La Gioconda” von Amilcare Ponchielli.

Spektakuläre Wasserbühne in Schönbrunn

Den Schwerpunkt 2012 bildete Claude Debussys “La Mer”, der französische Komponist hätte heuer seinen 150. Geburtstag gefeiert. “Hoffentlich nimmt die Natur den dritten Teil, “Dialog von Wind und Meer” nicht zu ernst”, scherzte der Vorstand der Wiener Philharmoniker, Clemens Hellsberg, im Vorfeld. Nass wurden jedoch nur die Tänzer der Vereinigung Wiener Staatsopernballett, die dieses Jahr erstmals auch auf einer Wasserbühne vor der Gloriette tanzten.

Obwohl die Gloriette-Wiese auch 2012 aus organisatorischen Gründen nicht beschallt werden konnte, ließen sich viele Grüppchen den prachtvollen Ausblick nicht nehmen. Kaum ein Fleck Rasen war noch frei. Der Eventcharakter des Sommernachtskonzerts machte sich schon bei der Anreise per U-Bahn bemerkbar. Lautsprecherdurchsagen und Securities scheuchten die rund 100.000 Besucher. Nicht nur die Gloriette-Wiese, sondern auch der Platz zwischen dem Schloss und dem Neptunbrunnen war mehr als gut gefüllt, das Publikum wurde in einzelne Sektoren geteilt, die nach und nach abgeriegelt wurden. “Wir sind sehr zufrieden”, so die Veranstalter.

458.000 verfolgten das Spektakel in Österreich vor dem Fernseher. Wie in den vergangenen Jahren wurde das Konzert weltweit von mehr als 60 Fernsehstationen übertragen.

Gustavo Dudamel ließ sich zu Zugabe überreden

Nach den letzten Klängen des Tanzes der Stunden wollte der 30-jährige Dudamel sich auf der Suche nach einem Bier schon von der Bühne verabschieden. Philharmoniker-Vorstand Hellsberg konnte ihn jedoch wieder einfangen: “Sie sind doch viel zu jung, um nach 22 Uhr noch Alkohol zu trinken.”

So kam das überraschend junge Publikum doch noch zur traditionellen Zugabe, dem Walzer “Wiener Blut” von Johann Strauss. Obwohl Dudamel und die Philharmoniker den Walzer so souverän absolvierten, dass Hellsberg gute Chancen für einen Staatsbürgerschaftsantrag des Venezolaners ortete, gab es für die spanischen Gäste dann doch noch eine Zugabe von Zarzuela-Komponist Jeronimo Gimenez. Danach leerte sich das Gelände trotz der Massen schnell – zurück blieben Flaschen, Dosen und Plastik. Fast ein bisschen Festivalstimmung, die das Sommernachtskonzert hinterließ.

(apa/red)

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