Milch beim Bundesheer zum Teil aus Deutschland

Politik fordert heimische Milch fürs Heer
Politik fordert heimische Milch fürs Heer ©APA (Archiv/Schneider)
Ein Teil der beim österreichischen Bundesheer konsumierten Milch und Milchprodukte stammt aus Deutschland, berichten "Kronen Zeitung" und "Heute". Konkret handle es sich um Teile der Lieferungen in Oberösterreich und Salzburg. Einfluss darauf habe das Heer aber nicht, denn der Ankauf werde von der Bundesbeschaffungsgesellschaft - die dem Finanzministerium untersteht - organisiert.

Außerdem verbiete das Bundesvergabegesetz jede gebietsmäßige Beschränkung bei den Zulieferern. Trotzdem seien mit Ausnahme von Oberösterreich alle Milchlieferanten des heimischen Heeres österreichische Firmen. Allerdings beziehe die Firma Pfeiffer in Salzburg die 10-Liter-Milchgebinde aus Deutschland, von den Milchwerken Berchtesgadnerland.

In Oberösterreich ist der Lieferant die deutsche Molkerei Innstolz. Sie beziehe die Bioprodukte aus Österreich und führt im oberösterreichischen Lembach eine Biomolkerei. Innstolz beziehe einen “wesentlichen Teil” ihrer Milch aus Österreich, heißt es dazu in einer Aussendung der BBG, die “bedauert”, dass “trotz intensiver Bewerbung der Ausschreibung keine einzige oberösterreichische Molkerei ein Angebot” gelegt habe.

Trotzdem sorgt die Belieferung des Bundesheeres mit Milchprodukten aus Deutschland für Aufregung in der heimischen Politik. Der oberösterreichischen ÖVP-Agrar-Landesrat Josef Stockinger forderte etwa Verteidigungsminister Darabos auf, mit einer Weisung dafür zu sorgen, dass nur die heimisch angebotenen Milchprodukte gekauft werden.

Auch BZÖ-Landesverteidigungssprecher Kurt List und Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch stoßen ins gleiche Horn. FPÖ-Landwirtschaftssprecher Harald Jannach wiederum empfindet es als “Verhöhnung” dass die BBG die heimische Milchwirtschaft zu den größten Gewinnern des freien Marktes zählt.

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