Miet-Obergrenzen gegen Obdachlose

Die Wiener Hilfseinrichtung für Obdachlose, die „Gruft“, feiert ihr 20-jähriges Bestehen. Die Wiener Caritas fordert aus diesem Anlass Miet-Obergrenzen.

Der Wiener Caritas-Direktor Michael Landau fordert eine Debatte über die Einführung von Mietobergrenzen zur Bekämpfung der Obdachlosigkeit. Höchstgrenzen bei den Mieten dürften „kein Tabu“ sein, betonte Landau am Montag.

Laut Caritas sind die steigenden Mieten mit ein Grund dafür, dass Menschen in die Obdachlosigkeit getrieben werden. „Die Politik verweigert das Grundrecht auf Wohnen“, kritisierte Landau. Der „möglichst freie Wohnungsmarkt“ habe dazu geführt, dass sich viele das Dach über dem Kopf kaum mehr leisten können. Laut Caritas sind die Mieten seit dem Jahr 2001 doppelt so stark gestiegen wie die Inflation.

Das 20-jährige Jubiläum der Obdachlosen-Einrichtung Gruft sei ein Grund Danke zu sagen, aber kein Grund zu feiern: „Es ist eine Schande, dass in einem wohlhabenden Land wie Österreich Menschen kein Dach über dem Kopf haben.“ Die Gruft – ein Raum unter der Mariahilfer Kirche – wurde im Winter 1986/1987 erstmals geöffnet. Der damalige Pfarrer, Pater Albert Gabriel, versorgte dort gemeinsam mit Schülern des Amerling-Gymnasiums Obdachlose.

Im Juli 1996 übernahm die Caritas die Leitung. Die Gruft ist weiterhin eine so genannte niederschwellige Einrichtung, die rund um die Uhr geöffnet ist. Es gibt dort Waschmöglichkeiten, eine Kleiderausgabe und auch sozialarbeiterische Beratung. Insgesamt sind 24 hauptamtliche und 60 ehrenamtliche Mitarbeiter im Einsatz.

Im vergangenen Jahr wurden 1.104 Menschen in der Gruft sozialarbeiterisch betreut. Das Durchschnittsalter der Besucher ist zuletzt gesunken – und liegt derzeit bei 43 Jahren.

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