Mickey Maus klärte auf Einkaufsstraßen über China-Spielzeug auf

Im vorweihnachtlichen Einkaufstrubel auf den Shoppingmeilen von Wien, Graz und Innsbruck konnte man am Mittwoch Mickey Maus in Lebensgröße begegnen. Das ernste Anliegen dahinter: Aktivisten, wollten auf die Produktionsbedingungen von Spielzeug in China aufmerksam machen wollten.

Rund 80 Prozent der in Österreich verkauften Spielwaren stammen aus China. Nicht immer stimmen die Bedingungen, unter denen sie hergestellt werden.

Ab 11.00 Uhr unterwegs, gaben die Aktivisten der entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisation „Südwind“ an die Konsumenten weiter, was sie bei einer China-Reise im vergangenen Monat gesehen und gehört haben. 100-Stunden-Wochen, im besten Fall schlecht bezahlte Überstunden, keine ausreichenden Sicherheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz, weder kranken- noch sozialversichert – selbst giftige Dämpfe gehören demnach zum Alltag in Spielzeugfabriken, die für den Weltmarkt produzieren. „Für eine Barbiepuppe, die bei uns um 20 Euro verkauft wird, bekommen die chinesischen Arbeiter und Arbeiterinnen nicht einmal 20 Cent“, führt „Südwind“ die Relationen vor Augen.

Die Aktivisten forderten die Konsumenten auf, „nachzufragen und Druck zu machen“. Es gehe darum, zu „zeigen, dass mir als Konsumentin oder Konsument sehr wohl wichtig ist, unter welchen Umständen die Spielsachen produziert werden, mit denen meine Kinder spielen“, appellierte Sprecherin Christina Schröder. Dazu können eigene Rückfrage-Karten im Geschäft abgegeben werden.

In den Kostümen der Disney-Lieblinge traten die NGO-Mitarbeiter nicht zufällig auf. „Manche, die bis Mitternacht arbeiten und Figuren für Disney produzieren, werden an ihrem Arbeitsplatz vor Erschöpfung schlicht ohnmächtig. Das Management versucht dann einfach, sie wieder irgendwie wach zu kriegen“, berichtete der 35 Jahre alte Liu der NGO. Er soll selbst bis zu 16 Stunden am Tag in einem Disney-Zulieferbetrieb geschuftet haben.

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