Metaller KV: Gewerkschaft will Druck erhöhen

Die KV-Verhandlungen der Metaller gehen in die 5. Runde.
Die KV-Verhandlungen der Metaller gehen in die 5. Runde. ©APA/HERBERT PFARRHOFER
Am Montag findet die fünfte Runde Metaller-KV-Runde statt, dabei will die Gewerkschaft den Druck erhöhen.

Sollte es zu keiner Einigung auf einen neuen Kollektivvertrag kommen, dann wollen die Arbeitnehmervertreter österreichweit Betriebsversammlungen abhalten und weitere Kampfmaßnahmen beschließen. Die Arbeitgeber fordern die Arbeitnehmer indes auf, ihr Forderungspaket zu ändern.

Gewerkschaft pocht auf 4,5 Prozent Erhöhung

Die Gewerkschaft pocht weiterhin auf ihre Forderung nach einer 4,5-prozentigen Lohn- und Gehaltserhöhung bzw. einem Mindestbetrag von 100 Euro für die rund 130.000 Beschäftigten in der Metalltechnischen Industrie. Vorsorglich haben die Produktionsgewerkschaft PRO-GE und die Angestelltengewerkschaft GPA-djp die Streikfreigabe vom Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) eingeholt. Mehr als 250 Betriebsversammlungen seien vorsorglich einberufen, und es werden stündlich mehr, hieß es am Sonntag von der Gewerkschaft.

Die Arbeitgeber hatten in der vierten Verhandlungsrunde ein Gehalts- und Lohnplus von 1,8 Prozent geboten, faktisch die Inflationsabgeltung für die vergangenen zwölf Monate. Das Angebot hatte bei der Gewerkschaft zu großem Unmut geführt. "Die Arbeitgeber müssen sich am Montag ordentlich bewegen, sonst wird kein Abschluss möglich sein", so die beiden gewerkschaftlichen Verhandlungsleiter, Rainer Wimmer (PRO-GE) und Karl Dürtscher (GPA-djp) am Sonntag in einer Aussendung.

Neubewertung der Situation gefordert

Der Obmann des WKÖ-Fachverbands Metalltechnische Industrie (FMTI), Christian Knill, fordert von der Gewerkschaft hingegen eine Neubewertung der Situation und eine Anpassung des Forderungspaktes der Gewerkschaften: "Die Situation hat sich deutlich verschlechtert, und die neuesten Daten sind als Stoppschild zu verstehen", so Knill. Er verwies auf die aktuelle BIP-Wachstumsprognose, Industrieproduktionsrückgänge und Inflationsdaten. Die Anfragen für Kurzarbeit seien in den letzten Wochen stark gestiegen, viele Betriebe würde erste Krisenpläne vorbereiten und manche sogar Personalabbau erwägen. "Wir fordern jetzt Ernsthaftigkeit und Seriosität ein, dann können wir einen vernünftigen Abschluss am Montag schaffen."

Die fünfte Verhandlungsrunde startet am Montag um 11.00 Uhr in der Wirtschaftskammer Österreich in Wien-Wieden.

Verhandlungen bis in die Nacht erwartet

Einen Verhandlungsmarathon bis in die Nacht wird erwartet. "Wir sind für einen fairen Abschluss bereit. Wir haben zwei Tage Zeit", so Knill kurz vor Beginn der Verhandlungen vor Journalisten. Man habe "mit der Gewerkschaft immer Zwei-Tagesblöcke vereinbart".

Die Gewerkschaft will morgen aber nicht weiter verhandeln. "Grundsätzlich ist nur heute eine Verhandlung vereinbart. Für morgen sind bereits erste Betriebsversammlungen einberufen, im Falle eines Scheiterns", hieß es von der Gewerkschaft zur APA.

(APA/Red)

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