Mesic zieht Hubschrauber Autofahrten vor

Der kroatische Staatspräsident Stjepan Mesic muss sich wegen eines Kurzstrecken-Hubschrauberflugs Kritik gefallen lassen. Einstündige Autofahrt hätte ihm zu lange gedauert, so die Tageszeitung "Vecernji List" (Abendblatt).
 Wie die Tageszeitung “Vecernji list” am Dienstag berichtet, ließ sich das Staatsoberhaupt am Montag per Hubschrauber in den nur 80 Kilometer von Zagreb entfernten nordkroatischen Ort Ivanec bringen, um dort ein Denkmal für Kriegsgefallene zu eröffnen. Die Bewohner seien einigermaßen überrascht gewesen, als Mesic auf dem Luftweg ankam. Schließlich ist die Hauptstadt Zagreb in einer Autostunde zu erreichen.

“Vecernji list” rechnete vor, dass der 15-minütige Hubschrauberflug nach Ivanec 271 Euro gekostet habe. Eine Autofahrt wäre – einschließlich Autobahngebühren – nur mit elf Euro zu Buche geschlagen. Aus dem Büro von Mesic hieß es, dass der Präsident wegen seines randvollen Terminkalenders auf das schnellere Verkehrsmittel umsteigen musste. Er hätte nämlich sonst ein für 15.00 Uhr geplantes Mittagessen mit ausländischen Botschaftern in Zagreb versäumt. Außerdem seien durch den Flug keine zusätzlichen Kosten entstanden, weil es sich zugleich um einen “Trainingsflug” der kroatischen Armee gehandelt habe, sagte eine Präsidentensprecherin. Jeder Pilot der kroatischen Armee müsse nämlich mindestens einen Flug monatlich absolvieren, und es sei sinnvoll, wenn diese Flüge zum Transport von Politikern genutzt werden.

Kroatische Spitzenpolitiker sind in der Vergangenheit immer wieder wegen verschwenderischen Umgangs mit öffentlichen Geldern in die Schlagzeilen geraten. So musste etwa Regierungschef Ivo Sanader im März nach massiver öffentlicher Kritik auf sein neues Dienstauto verzichten, das 564.000 Euro gekostet hatte. Die Affäre flog auf, als die Regierung gerade eine sechsprozentige Gehaltskürzung für alle Staatsbediensteten beschlossen hatte.

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