Mesic kämpft mit Geschichte gegen Laibach

Im Grenzstreit mit Slowenien bemüht der kroatische Präsident Stjepan Mesic nun auch historische Argumente. Ohne kroatische Partisanen würde Slowenien heute keine Küste besitzen.

Wenn kroatische Partisanen im Zweiten Weltkrieg das slowenische Küstenland nicht befreit hätten, “dann würde Slowenien heute aus 20 Kilometer Entfernung aufs Meer blicken”, sagte Mesic laut kroatischen Medienberichten am Montagabend bei einem Vortrag an der Zagreber Universität. Kernpunkt des Grenzkonflikts ist die Adriabucht von Piran, die Slowenien für sich beansprucht.

“Die slowenischen Partisanen konzentrierten sich auf die Grenze mit Österreich, während sich die kroatischen Partisanen in heftigen Gefechten bis nach Triest vorkämpften und es einnahmen”, sagte Mesic. Dabei sei auch Territorium befreit worden, das heute zu Slowenien gehört. Auch deswegen könne Zagreb die Position Ljubljanas, wonach die gesamte Bucht von Piran slowenisch sei, nicht akzeptieren.

In Slowenien herrscht wenig überraschend eine gänzlich andere Deutung der Ereignisse nach dem Zweiten Weltkrieg vor. Tito-Jugoslawien habe das slowenisch besiedelte Umland von Triest nach dem Krieg “verraten”, um Kroatien den Großteil Istriens und Dalmatien zu sichern.

Mesic bekräftigte seine Einschätzung, dass Slowenien nun “ein Problem der EU” sei und Brüssel sich mit der Blockade der kroatischen EU-Beitrittsverhandlungen durch das Nachbarland beschäftigen müsse. Der Konflikt könne durch ein Schiedsverfahren vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) gelöst werden, “doch Slowenien ist nicht bereit, das zu akzeptieren”. Mesic zeigte sich trotzdem zuversichtlich, dass sein Land kommendes Jahr EU-Mitglied werden kann.

Slowenien hatte am 19. Dezember ein Veto gegen zehn der 35 Verhandlungskapitel mit Kroatien eingelegt, weil das Nachbarland im Rahmen der Beitrittsgespräche Dokumente vorgelegt hatte, in denen strittiges Territorium als kroatisch ausgewiesen wird. Ljubljana verlangt, dass Zagreb diese Dokumente zurückzieht und auch in einem eventuellen internationalen Schiedsverfahren nicht verwenden wird.

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