Meisten Anzeigen an Schulen wegen Körperverletzungen, Diebstähle und Drogen

Die meisten Tatverdächtigen waren zwischen 14 und 17 Jahre alt.
Die meisten Tatverdächtigen waren zwischen 14 und 17 Jahre alt. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Etwas über 3.800 Anzeigen gab es im letzten Jahr in Österreichs Bildungseinrichtungen. Das ist ein Rückgang um ein Drittel, was jedoch auf die Coronapandemie zurückzuführen ist.

2020 hat es 3.831 Anzeigen wegen Straftaten an Schulen und Bildungseinrichtungen gegeben, vor allem wegen (leichter) Körperverletzungen. Das ist ein Drittel weniger als im Jahr davor, allerdings gab es coronabedingt relativ lange nur Fernunterricht. Die Daten umfassen dabei alle Bildungseinrichtungen vom Kindergarten bis zur Hochschule, außerdem Fahrschulen und AMS-Kurse. Rund 70 Prozent der Tatverdächtigen sind aber unter 18, das Gros dürften also Schüler sein.

Straftaten an Schulen gingen coronabedingt zurück

Im Jahr 2019 wurden laut Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der FPÖ durch Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) noch 5.912 Straftaten an Schulen und Bildungseinrichtungen erfasst, 2018 waren es 5.064. Die Zahl der Tatverdächtigen ist 2020 ebenfalls zurückgegangen, und zwar auf 2.325 (beim Jahr 2020 handelt es sich durchgehend um vorläufige Zahlen). Im Jahr 2019 gab es noch 3.578 Tatverdächtige, 2018 waren es 2.771. Dabei hatten jeweils zwei Drittel der Tatverdächtigen einen österreichischen Pass.

Meisten Verdächtigen zwischen 14 und 17 Jahren

Zwar werden in der Anfragebeantwortung mit Verweis auf den "exorbitanten Verwaltungsaufwand" die Anzeigen nicht nach Schultypen aufgegliedert, aber nach Altersklassen: Die meisten Tatverdächtigen finden sich demnach unter den 14- bis 17-Jährigen (969 bzw. 42 Prozent), gefolgt von den Zehn- bis 13-Jährigen (530 bzw. 23 Prozent). 83 Tatverdächtige (3,5 Prozent) waren jünger als zehn Jahre und besuchten damit zum Tatzeitpunkt mit großer Wahrscheinlichkeit die Volksschule. Zur Einordnung: In Österreich gibt es rund 6.000 Schulen mit 1,13 Millionen Schülern, mehr als 340.000 Schüler besuchen eine Volksschule. Die restlichen Verdächtigen verteilen sich auf die Gruppe der 25- bis 39-Jährigen (254), der 18- bis 20-Jährigen (201), der Über-40-Jährigen (181) und der 21- bis 24-Jährigen (107).

Körperverletzungen, Diebstähle und Drogen

Der Schwerpunkt der Delikte an Schulen liegt dabei bei den leichten Körperverletzungen, wie es auf APA-Nachfrage aus dem Innenministerium heißt. Auch wenn die Kinder noch strafunmündig sind, werden solche Vorfälle angezeigt. Dazu kommen bei den Zehn- bis 14-Jährigen noch Eigentumsdelikte wie Diebstähle und bei den 14- bis 17-Jährigen zusätzlich auch Delikte nach dem Suchtmittelgesetz.

(APA/red)

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