Mehr Prävention bei Gewalt gegen Frauen gefordert

Caritas und Frauenbewegung fordern mehr Gewaltprävention.
Caritas und Frauenbewegung fordern mehr Gewaltprävention. ©APA/BARBARA GINDL
Caritas und die Katholische Frauenbewegung (kfbö) haben, nach der Ermordnung einer Frau in Oberösterreich am Wochenende, aufs Neue zu mehr Gewaltprävention und gesellschaftlichen Umdenken aufgefordert.
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Ein Vielfaches der von der Regierung 2021 für Gewaltschutz und Täterarbeit zugesagten Summe von knapp 25 Millionen Euro sei notwendig, verwiesen deren Spitzenvertreterinnen gegenüber der Kathpress auf Expertisen von Frauenorganisationen.

Mehr Prävention bei Gewalt gegen Frauen gefordert

Vor allem vorbeugende Investitionen und ein "gesellschaftliches Umdenken" seien Gebot der Stunde. Frauen bräuchten in gefährlichen Situationen rasch und unbürokratisch Schutz, was auch ausreichende Finanzierung von Einrichtungen und Beratungsstellen miteinschließe, betonte Caritas-Generalsekretärin Anna Parr. Sie verwies hier auf die Erfahrungen der Caritas: "In unseren Sozialberatungsstellen, aber insbesondere in den Männerberatungsstellen sehen wir, wie wichtig die Beratung und Begleitung von Gefährdern ist und dass diese Maßnahmen eine Gewaltanwendung oft letztlich verhindern."

Neben Gewaltschutz sei auch Frauenpolitik nötig

Unbedingt sei neben Gewaltschutz auch Frauenpolitik nötig, um Frauen ein "selbstbestimmtes Leben ohne Abhängigkeiten" zu ermöglichen, so Parr weiter. Um auf eigenen Beinen zu stehen, bräuchten Frauen ein existenzsicherndes Einkommen, eine ausreichende Pension und auf dem Weg dahin auch ein flächendeckendes Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen sowie gerechtere Aufteilung zwischen Frauen und Männern von bezahlter und unbezahlter Arbeit. "Mehr Gleichstellung bedeutet mehr Unabhängigkeit, bedeutet weniger Gewalt", so die Caritas-Expertin.

(APA/Red)

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