Mehr als 43 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht

Im vergangenen Jahr 2009 waren weltweit 43,3 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Konflikten und Verfolgung. Das ist die höchste Zahl seit 15 Jahren. Gleichzeitig fiel die Zahl der Flüchtlinge, die freiwillig nach Hause zurückkehrten, auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren. Das geht aus dem Jahresbericht "Global Trends" hervor, der am Dienstag vom UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) in Genf vorgestellt wurde.

Der Bericht zeigt auch, dass sich die Zahl der Flüchtlinge, die außerhalb der Grenzen ihres Heimatlandes leben, mit 15,2 Millionen gegenüber dem Vorjahr kaum geändert hat. “Die großen Konflikte in Afghanistan, Somalia oder der Demokratischen Republik Kongo sind weit davon entfernt, gelöst zu werden”, kommentierte UNO-Flüchtlingshochkommissar Antonio Guterres den Bericht. “Krisen, die beendet oder sich zu stabilisieren schienen – wie im Irak oder Sudan -, dauern an. Folglich war das vergangene Jahr schlecht für eine freiwillige Rückkehr. Es war dafür sogar das schlechteste seit 20 Jahren.”

Laut dem UNHCR-Bericht kehrten im vergangenen Jahr lediglich 251.000 Flüchtlinge wieder in ihre Heimat zurück. Im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt von einer Million Menschen pro Jahr ist das der niedrigste Wert seit 1990. “Eine Mehrheit der Flüchtlinge – rund 5,5 Millionen – ist seit fünf oder mehr Jahren auf der Flucht. Ihre Zahl wird unvermeidlich steigen, wenn weniger Menschen nach Hause zurückkehren können”, fügte Guterres hinzu.

Die Zahl der Binnenvertriebenen, die aufgrund von Konflikten innerhalb ihres Heimatlandes auf der Flucht sind, stieg bis Ende des Jahres 2009 um vier Prozent auf 27,1 Millionen. Ausschlaggebend hierfür sind vor allem die andauernden gewalttätigen Konflikte in der Demokratischen Republik Kongo, in Pakistan und Somalia.

Afghanistan stellte, wie schon seit drei Jahrzehnten, auch im Vorjahr mit 2,9 Millionen die meisten Menschen auf der Flucht, einer von vier Flüchtlingen weltweit kommt mittlerweile aus dem Land am Hindukusch. Die zweitgrößte Gruppe mit 1,8 Millionen stammt aus dem Irak, gefolgt von knapp 800.000 aus Somalia, rund 456.000 aus dem Kongo und 407.000 aus Burma (Myanmar).

Jene Staaten der Welt, die die meisten Flüchtlinge aufnehmen, blieben auch im Vorjahr die gleichen wie 2008: Pakistan hielt mit 1,75 Millionen die Spitze, fast alle davon kommen aus Afghanistan. Der Iran beherbergte knapp mehr als eine Million, ebenfalls fast ausschließlich Afghanen. Syrien nahm 1,05 Millionen Irak-Flüchtlinge auf – bereits gefolgt von Deutschland, das knapp 600.000 Flüchtlinge aufnahm. Österreich beherbergte 2009 knapp 39.000 Flüchtlinge.

Die Anzahl der weltweit gestellten Asylerstanträge stieg im vergangenen Jahr auf fast eine Million. Die meisten Asylsuchenden zählte dabei Südafrika (222.000) – zum Großteil eine Folge der katastrophalen Lage im Nachbarstaat Simbabwe. Im gesamten Europa waren es im vergleich dazu insgesamt 286.700, 86 Prozent davon in den Staaten der Europäischen Union.

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