Medizin-Test: "Stärken und Schwächen hat jeder"

Dem Eignungstest für das Medizinstudium an der Medizin-Uni Wien haben sich Freitag 2.876 von den rund 4.200 angemeldeten Anwärtern gestellt.

Neben der angespannten Gemütslage und geforderten Geduld, die den Teilnehmern beim Zugang zur großen Halle A am Messegelände Wien abverlangt wurde, herrschte großteils Zuversicht unter den Teilnehmern, die einen von insgesamt 740 Plätzen ergattern wollen. Auch die Frauen, die in der Vergangenheit im Vergleich zu den männlichen Teilnehmern zwar anteilsmäßig stärker vertreten waren, aber schlechter abschnitten, traten unerschrocken an.

Ein großer Teil der von der APA befragten weiblichen Teilnehmer war der “Gender-Gap” gar nicht bewusst gewesen: “Das wusste ich gar nicht!” und “Ach, wirklich?” waren die Antworten zweier Teilnehmerinnen aus Österreich. Jene, die von dem tendenziell schlechteren Abschneiden ihrer Vorgängerinnen gehört hatten, gaben sich aber unerschrocken. “Ich glaube nicht, dass man bei diesem Test geschlechterspezifisch bewertet werden kann”, sagte eine Teilnehmerin. “Ich fühle mich nicht schlechter vorbereitet als die Männer. Stärken und Schwächen hat jeder”, eine andere.

Unter den ursprünglich 4.196 angemeldeten EMS-Teilnehmern stammen 2.808 aus Österreich (67 Prozent), 1.216 aus Deutschland (29 Prozent), 68 aus der restlichen EU (zwei Prozent) und 104 aus dem Nicht-EU-Ausland (drei Prozent). Der Frauenanteil lag in der Gesamtbetrachtung bei 58,9 Prozent. Unter den österreichischen Kandidaten gab es einen deutlichen Überhang von Frauen (60 Prozent) gegenüber 40 Prozent männlicher Kandidaten. Unter den Anwärtern aus anderen EU-Staaten waren es 57 gegenüber 43 Prozent, unter jenen aus Nicht-EU-Ländern 53,8 gegenüber 46,2 Prozent.

Das vergleichsweise schlechtere Abschneiden der weiblichen Kandidaten beim Test – ein österreichisches Phänomen – sieht Rudolf Mallinger, Vize-Rektor der Medizin-Uni Wien, nicht im Zusammenhang mit dem Medizin-Test: “Der EMS ist nicht schuld daran”, sagte er. Die Studie der Bildungsforscherin Christiane Spiel wie auch andere Studien hätten gezeigt, “dass der sogenannte Gender-Gap in Österreich im Bereich der Sekundarstufe liegt”. Der EMS zeige das schonungslos auf. So gebe es etwa auch beim Grazer Wissenstest das gleiche Ergebnis.

Auf dem Weg zum Test setzten sich viele der Teilnehmer das Motto “Üben, üben, üben”. Sie besuchten Informationsveranstaltungen, lasen die zur Verfügung stehenden Materialien und absolvieren “Probe-Tests”, wie sie meinten.

Die Tests werden Freitag Abend unter notarieller Aufsicht in einem Container versiegelt und in die Schweiz transportiert, wo die Auswertung erfolgt. Die Ergebnisse sind Anfang August im Internet abrufbar.

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