Mechanikersuche und gegrillte Murmeltiere

Gut sechs Wochen nach dem Start am 21. Juli sind die Vier am 3. September am Ziel der Rallye angekommen.
Gut sechs Wochen nach dem Start am 21. Juli sind die Vier am 3. September am Ziel der Rallye angekommen. ©handout/Hannah Greber
W&W hatte über das Abenteuer berichtet: Vier Vorarlberger wollten mit einem Renault Kangoo in die Mongolei fahren. Jetzt haben sie es geschafft.

Von Anja Förtsch (Wann&Wo)

Knapp 17.000 Kilometer, 44 Tage, und 72 mal den Motor abwürgen: Das ist die Kurzfassung der „Mongol Rallye“, die die vier Studenten Hannah, Felix, Moritz und Thomas aus Schwarzach hinter sich haben (WANN & WO berichtete). Die Langfassung ist aber noch viel spannender als blanke Zahlen. „Die Rallye war überwältigend“, ist Hannah kurz nach der Rückkehr nach Vorarlberg begeistert. „Mit der Zeit wurde der Renault Kangoo zu unserem Wohnzimmer, mit dem wir durch die Welt fahren. Von dort aus haben wir gesehen, wie sich die Landschaften und die Kulturen langsam verändern.“ Und Veränderung gab es so einige: 14 Länder durchquerte das Team, in nicht mehr als einem etwas größeren Kombi, liebevoll „Olga“ genannt.

1500 Kilometer zum nächsten Mechaniker

Die war allerdings schon bei dem Start nicht mehr die Jüngste und so kam, was kommen musste: „Am Pamir in Tadschikistan ist ‚Olga‘ kaputt gegangen – auf 3600 Meter Sehöhe, mitten im Nirgendwo“, erinnern sich die Abenteurer. Dort gab es aber freilich keinen Mechaniker. „Deshalb sind Felix und Thomas 412 Kilometer über Schotterpisten, den höchsten Pass unserer Reise mit 4655 Metern Seehöhe und einen Grenzübergang in die nächste Stadt, gefahren.“ Dort wartete aber die nächste Hiobsbotschaft: „Diverse Mechaniker versicherten uns, dass es in Kirgisistan keine Ersatzteile für ‚Olga‘ gibt.“ Problemlösung auf „Mongol-Rallye“-Art hieß dann: Weitere 900 Kilometer nach Almaty in Kasachstan fahren, wo der Kangoo schließlich repariert werden konnte. Im Gedächtnis bleiben den Vier aber vor allem die Erlebnisse und Menschen. „Egal wo wir waren, wir haben mit unserer ‚Olga‘ Aufmerksamkeit auf uns gezogen. Menschen waren neugierig, wollten wissen, wohin es geht und auf unserem Auto unterschreiben. Mehrmals haben wir Wassermelonen oder Glücksbringer geschenkt bekommen“, erzählt Hannah. Diese Treffen waren durchaus auch mal skurril. „Ein Mechaniker in Russland hat uns zum Wakeboarden eingeladen. Eine Mongolin, die sechzehn Jahre in Berlin lebte, hat uns auf gegrilltes Murmeltier – eine mongolische Spezialität – und gekochtes Schaf eingeladen.“ Klingt das nach einer Wiederholung? „Wir würden dieselbe Rally kein zweites Mal machen – aber es jedem empfehlen. Moritz überlegt sich, den Rikshaw Run in Indien, Hannah den Monkey Run in Peru zu machen. Es ist sicher nicht das letzte Abenteuer, eher das erste von vielen.“

  • 16.842 Kilometer ist das „Team Kangoos“ gefahren.
  • 14 Länder bereisten sie dabei und fuhren 19 mal über Staatsgrenzen.
  • 41 mal tankten sie – insgesamt ca. 1235 Liter.
  • 2 Lagerfeuer entzündeten sie auf ungewöhnlliche Weise: mit Kamel- und Kuhdung.

Mit Verrücktheit über 1000 Euro für den guten Zweck gesammelt

Abseits von allen Abenteuern – die „Mongol Rallye“ hat auch einen ernsthaften Hintergrund: den guten Zweck. „Mithilfe unserer Sponsoren haben wir insgesamt mehr als 1000 Euro Spenden für unsere zwei Charities gesammelt“, freut sich das Team. „Die Links zum Spenden für das Waisenheim in der Mongolei, Lotus Child, und Cool Earth, sind noch bis Ende September offen.“ Zu finden unter https://mongolrallykangoos.wordpress.com, weitere Eindrücke auch auf Instagram: @team_kangoos.

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