Massentests in Niederösterreich angelaufen

Die Massentests in Niederösterreich haben begonnen.
Die Massentests in Niederösterreich haben begonnen. ©APA/AFP/TAUSEEF MUSTAFA
Am Samstag haben die Massentests in Niederösterreich begonnen. Bis Freitag waren mehr als 440.000 Menschen für die Testphase angemeldet.

Zur freiwilligen Untersuchung berechtigt sind im Bundesland etwa 1,530.000 Personen. Angemeldet haben sich bis Freitagnachmittag laut dem Dashboard von Notruf Niederösterreich mehr als 440.000 Menschen oder über 28,8 Prozent der Zugelassenen. Spitzenreiter in Sachen Online-Vormerkungen war der Bezirk St. Pölten, wo sich mehr als 40.000 Personen via Internet für eine Untersuchung registriert hatten.

Stationen in Niederösterreich sind in Betrieb

Bei den Altersgruppen hatten die Personen im Alter von 50 bis 64 Jahren deutlich die Nase vorne. Über 130.000 Vormerkungen wurden laut Dashboard in diesem Segment gezählt.

Verpflichtend ist die Anmeldung freilich nicht, sie wurde allerdings aus Gründen der Zeitersparnis empfohlen. Um Warteschlagen und Menschenansammlungen zu vermeiden, wurde den Berechtigten außerdem seitens der Heimatgemeinden in einem Infoschreiben ein zeitlicher Korridor für das Erscheinen zur Untersuchung zugewiesen.

Sollte ein positives Resultat vorliegen, erfolgt eine Überprüfung mittels PCR-Test an einer der bestehenden Drive-in-Stationen. Diese warten von Samstag bis kommenden Mittwoch mit bis 19.00 Uhr verlängerten Öffnungszeiten auf.

Fast 1.800 Rotkreuz-Mitarbeiter in NÖ im Einsatz

Bei den Samstagfrüh in Niederösterreich angelaufenen Corona-Massentests sind in Summe 1.783 Mitarbeiter des Roten Kreuzes im Einsatz gestanden. Exakt 1.478 waren nach Angaben in einer Aussendung an 817 Teststraßen im Bundesland bei der Probenabnahme im Dienst. "Sie zählen zu den Heldinnen und Helden, die uns helfen, diese Pandemie in den Griff zu bekommen", hielten Landespräsident Josef Schmoll und Landesrettungskommandant Werner Kraut fest.

Die bei der Probenabnahme involvierten Mitglieder setzten sich aus Sanitätern und anderen zugelassenen Berufsgruppen wie beispielsweise diplomiertem Pflegepersonal zusammen. Weitere Tätigkeitsfelder lagen in der Koordinierung und Unterstützung der Tests. Auch am (morgigen) Sonntag soll eine ähnliche Größenordnung an Rotkreuz-Mitarbeitern zum organisatorischen Gelingen der niederösterreichischen Flächenuntersuchungen beitragen.

Einmal "kurz und schmerzlos" in Zwettl

Sozusagen freie Fahrt hat an den Corona-Teststraßen in der Waldviertler Bezirkshauptstadt Zwettl am frühen Samstagnachmittag geherrscht. Die angepeilte Untersuchung wurde so inklusive minimaler Wartezeit zum Fall von zehn Minuten. "Kurz und schmerzlos", kündigte die in der örtlichen Volksschule für die Probenentnahme zuständige Frau vor dem Test an. Die Prognose traf teilweise zu - ein leichtes Ziehen in der Nase gab es dann doch.

Die Anmeldung für die Antigen-Untersuchung erfolgte bereits am Ende der Vorwoche online. Das entsprechende Zeitfenster für das Erscheinen am Testort - samstags von 12.30 Uhr bis 13.00 Uhr - wurde schließlich am vergangenen Mittwoch über den Postweg zugestellt. Eine exakte Einhaltung wurde empfohlen, "um Warteschlangen und Menschenansammlungen zu vermeiden", wie es in dem Schreiben der Stadtgemeinde hieß.

Geboten wurden in und um die Bezirkshauptstadt an sechs Standorten in Summe zehn Teststraßen. In jener in der Volksschule standen am Samstag zwei Spuren zur Verfügung, die Einweisung erfolgte durch ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Nach einem kurzen Zwischenstopp am Registrierungsschalter ging es sogleich auf ins Geschehen.

Probeentnahme als leicht kitzelig beschrieben

In einem separaten Raum wartete die mit der Probenentnahme beauftragte Frau in Schutzausrüstung. Ihr unterstützend zur Seite standen drei weitere Feuerwehrmänner. Getestet wurde gerade eine fünfköpfige Familie. "Jeden Tag bräuchte ich das nicht haben", betonte ein Mitglied nach der Untersuchung. Generell wurde die Probenentnahme aber lediglich als leicht kitzelig beschrieben.

Augenblicke später hieß es dann Platz nehmen am "heißen Stuhl". Rasch wurden ein paar Worte mit der Zuständigen gewechselt, ehe man sich versah, war's auch schon wieder vorbei. Was am Weg zum Ausgang blieb, war ein leichtes Ziehen in der Nase und ein QR-Code auf einem Zettel in der Hand. Dank diesem Papier konnte rund eine Stunde nach der Testung das Ergebnis online abgerufen werden.

Straffe Organisation in St. Pölten und Wiener Neustadt

Die Corona-Massentest in St. Pölten und Wiener Neustadt, den beiden größten Städten Niederösterreichs, sind am Samstag ohne Komplikationen abgewickelt worden. Straffe Organisation und ausreichende personelle Ressourcen sorgten bei durchschnittlichem Andrang für kurze Wartezeiten der Testwilligen. Längere Leerläufe der medizinischen Helfer wurden an beiden Orten allerdings ebenso wenig verzeichnet.

In der niederösterreichischen Landeshauptstadt fanden die Untersuchungen im VAZ, in der Fachhochschule, in der Arbeiterkammer, am Wirtschaftshof, im Kulturhaus Wagram und bei der Tennishalle UETV St. Pölten statt. Bei rund 60.000 Berechtigten hatten 11.000 Personen eine Online-Voranmeldung ausgefüllt. Bis etwa 14.00 Uhr unterzogen sich etwa 3.600 Menschen einem Test, dabei wurden nach Angaben eines Rathaussprechers zwei positive Ergebnisse registriert.

In Sachen Organisation seien "viele positive Rückmeldungen" eingegangen, sagte der Sprecher mit Verweis auf das Echo an den Teststraßen sowie in den sozialen Netzwerken. Die Wartezeiten hätten in den meisten Fällen weniger als zehn Minuten betragen.

Lange Warteschlangen blieben in Wiener Neustadt aus

Grundsätzlich immer etwas los war an den Teststationen in Wiener Neustadt, wo lange Warteschlangen ebenfalls ausblieben. "Es waren alle angemeldeten da und viele darüber hinaus", resümierte der Pressesprecher der Statutarstadt. Auch in Sachen Personal habe sich kein Engpass abgezeichnet - im Gegenteil, wie vor allem die Mittagszeit bewies, wo gestaffelt in die Pause gegangen wurde, ohne dass sich ein Rückstau bildete.

In Summe stehen in Wiener Neustadt acht Standorte zur Verfügung. Täglich sind dort bis zu 240 Helfer im Einsatz. Neben Mitgliedern von Bundesheer, Rotem Kreuz und Feuerwehr helfen auch 80 Studierende und Mitarbeiter der FH Wiener Neustadt bei der Umsetzung der Flächentests mit.

Die Statutarstadt im Süden des Bundeslandes stellt einen Sonderfall dar, wird hier doch bis einschließlich Dienstag getestet. Am Wochenende stehen Magistratsangaben zufolge Berufstätige und Familien im Fokus, Montag und Dienstag sind in erster Linie für Senioren reserviert.

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