Marianne & Leonard: Words of Love - Kritik und Trailer zum Film

Eine der schönsten Liebesgeschichten dieses Kinojahres beruht nicht auf einem Drehbuch, sie hat sich wirklich ereignet: Das Doku-Drama "Marianne & Leonard - Words of Love" schildert die jahrzehntelange Beziehung des berühmten Musikers Leonard Cohen zu seiner Muse, der Norwegerin Marianne Ihlen ("So Long, Marianne").

Neben "Suzanne" und "Hallelujah" ist es wohl eines der bekanntesten Lieder Leonard Cohens: "So long Marianne". Der Frau hinter dem Song hat der Regisseur Nick Broomfield ("Whitney - Can I Be Me") nun ein berührendes, aber nie rührseliges filmisches Porträt gewidmet. "Marianne & Leonard: Words of Love" läuft am Donnerstag in den heimischen Kinos an.

Marianne & Leonard: Kurzinhalt zum Film

Eine junge blonde Frau auf einem Boot vor der Küste der griechischen Insel Hydra, an ihrer Seite ihr kleiner Sohne Axel. Sie lacht in die Kamera. Ein Lachen, das damals, in den 1960er Jahren nicht nur den Regisseur Broomfield, sondern auch einen jungen kanadischen Autor in seinen Bann zog. Er war auf die Insel gekommen, um an seinem neuen Buch zu arbeiten. Und blieb. Bis er eines Tages nach New York aufbrach, um einer der berühmtesten Singer-Songwriter des 20. Jahrhunderts zu werden: Leonard Cohen. Die Beziehung hielt über weite Strecken der 1960er Jahre, ging später aber auseinander. Der Song sei, wie Marianne erzählte, nicht als Abschiedslied entstanden, auch habe die Zeile zunächst "Come on, Marianne" gelautet. Dennoch habe der 1967 veröffentlichte Song das spätere Auseinanderbrechen der Beziehung bereits vorweggenommen.

Das Original-Filmmaterial von damals - meist noch in schwarz-weiß, Mitschnitte von Fernsehauftritten, Konzerten und Backstage-Momenten - bildet die Basis dieser 97 Minuten, die die langjährige, wechselvolle Beziehung zwischen Cohen und der Norwegerin Marianne Ihlen nachzeichnen. Die 2016 nur drei Monate vor Cohen verstorbene Muse tritt dabei ausschließlich als Voice-Over in Erscheinung, ebenso - bis auf eine Ausnahme - Cohen. Vor die Kamera hat Broomfield dafür zahlreiche Weggefährten geholt, darunter die Folksängerin Judy Collins, die mit Cohen 1966 "Suzanne" einspielte und veröffentlichte, oder Ron Cornelius, jahrelanger Gitarrist Cohens. Und so wird die Geschichte dieser Liebe, die bis ans Totenbett reichte, Stück für Stück aufgerollt: Die scheinbare Unbeschwertheit auf Hydra, das Aufbrechen in eine von Drogen gezeichnete Glitzerwelt, das Ringen um Privatsphäre in einer Zeit von "offenen Ehen" und Groupies sonder Zahl.

Wirklich losgelassen haben einander die beiden - das wird aus den aus dem Off eingespielten Interviews deutlich - trotz neuer Partner und unterschiedlicher Lebenswege nie. Besonders berührend sind jene Minuten, in denen Marianne auf dem Totenbett jenen Worten lauscht, die Cohen ihr angesichts des nahenden Sterbens geschickt hat. Er sei nur ein Stück weit hinter ihr, nahe genug, um ihre Hand zu nehmen, schrieb der damals ebenfalls bereits dem Tod entgegenblickende Musiker seiner Freundin. "Dieser alte Körper hat aufgegeben, ebenso wie deiner... Gute Reise, meine Freundin. Wir sehen uns am Ende der Straße."

Marianne & Leonard: Die Kritik

"Marianne & Leonard: Words of Love" ist nicht nur das Porträt einer außergewöhnlichen Frau, die Geschichte eines Songs oder die Erzählung einer Liebe, sondern auch ein Schlaglicht auf eine Zeit, in der die Liebe frei war und diese Freiheit Leben ruinieren konnte. Es ist ein Stück Popgeschichte, aber auch ein intimer Einblick in eine Liebe, die für immer auf 5 Minuten und 38 Sekunden nachzuhören sein wird. 50 der Briefe, die sich die beiden im Laufe der Jahre geschrieben haben, wurden übrigens heuer für 876.000 US-Dollar versteigert.

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