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Mangel bei Testergebnissen und Contact Tracing: Mann wartet seit vier Tagen auf Ergebnis

Der 32-Jährige wurde von einer infizierten Freundin selbst informiert.
Der 32-Jährige wurde von einer infizierten Freundin selbst informiert. ©APA/ROBERT JAEGER
Schwierigkeiten beim Contact Tracing und Übermitteln von Testergebnissen zeigt das Beispiel eines 32-jährigen Mannes. Erst nach fünf Tagen erfuhr er, dass bei einem Lokalbesuch eine Coronavirus-infizierte Person dabei war. Er ließ sich testen- vier Tage später gibt es noch kein Ergebnis.

Dass es im Umgang mit SARS-CoV-2 in Wien Schwierigkeiten mit dem Contact Tracing und dem zeitnahen Übermitteln von Testergebnissen gibt, belegt das Beispiel eines 32-jährigen Mannes. Er erfuhr erst fünf Tage, nachdem er sich mit Freunden in einem Lokal aufgehalten hatte, dass sich in der Runde eine mit dem Coronavirus infizierte Frau befand. Daraufhin ließ sich der 32-Jährige am vergangenen Sonntag testen. Ergebnis hatte er am Donnerstagvormittag noch immer keines.

Erkrankte informierte selbst ihre Kontaktpersonen

Der 32-Jährige hatte sich am 20. Oktober mit einer Handvoll Personen in einem Lokal am Wiener Brunnenmarkt getroffen. Tags darauf verspürte eine Frau aus dem Freundeskreis Symptome, die auf eine mögliche Covid-19-Erkrankung hindeuteten. Sie ließ sich testen und bekam den Verdacht bestätigt. Obwohl sich der Freundeskreis in dem Lokal wie vorgesehen registriert hatte und die Erkrankte die Behörden umfassend informiert hatte, wurde kein Einziger aus der Runde jemals von Contact-Tracing-Mitarbeitern kontaktiert. Vielmehr informierte die Erkrankte selbst per WhatsApp ihre Freunde, die sich daraufhin noch am selben Tag - am vergangenen Sonntag - einer Testung unterzogen.

32-Jähriger zeigte bereits Symptome

Während alle bis Dienstag ein Ergebnis in Händen hatten - mit einer Ausnahme waren sie negativ -, wartet der 32-Jährige nach wie vor auf ein Resultat. An sich müsste der im Sozialbereich tätige Mann, der sich in freiwillige Heimquarantäne begeben hat - einen behördlichen Absonderungsbescheid hat er nie bekommen, obwohl er als Kontaktperson 1 gilt - ab Donnerstag wieder arbeiten gehen. "Das wäre aber nicht sehr gescheit", gab er am Donnerstag im Gespräch mit der APA zu verstehen. Denn mittlerweile sind bei ihm Symptome aufgetreten, die eine Infektion mehr als nur nahelegen: Er verspürt Kopfschmerzen und hat vor allem seinen Geruchs- und Geschmackssinn verloren.

Der 32-Jährige arbeitet im Sozialbereich und hat täglich mit etlichen Menschen zu tun. Nicht zuletzt deshalb hat er sich in den vergangenen Tagen um sein Testresultat bemüht, konnte aber das für ihn zuständige Gesundheitsamt telefonisch nicht erreichen. Auf Mails erhielt er keine Antwort. Bei der Befundhotline verbrachte er am Dienstag seinen Angaben zufolge mehrere Stunden und am Mittwoch 40 Minuten in der Warteschleife, um jeweils vertröstet zu werden. Das Ergebnis liege noch nicht vor, hieß es. Donnerstagfrüh wurde er dann informiert, dass er "nachgetestet" werden müsse - in der "Fast Lane", wie ihm versichert wurde.

Der 32-Jährige geht inzwischen davon aus, dass sein erstes Testergebnis aus welchen Gründen auch immer verlustig gegangen ist. In die Arbeit wird er vorerst nicht gehen, obwohl er sich nicht "hundeelend" fühle, wie er betont: "Behördlich verboten wäre es mir ja nicht. Aber aus Rücksicht auf die Mitmenschen kann ich das nicht bringen."

Mehrtägiges Warten ist kein Einzelfall

Mehrtägiges Warten auf ein Testergebnis ist in der Bundeshauptstadt beileibe kein Einzelfall. Was ein Lehrer und dessen Lebensgefährtin erlebt haben, ähnelt auf beinahe unheimliche Weise dem Bericht des 32-jährigen Sozialarbeiters. Weil er Symptome hatte, ließ sich der Lehrer am 20. Oktober testen. Auch seine Freundin, die im gemeinsamen Haushalt wohnt, machte vergangene Woche einen Gurgeltest. Kontaktdaten von ihr wurden dabei keine aufgenommen. Vergangenen Freitag wurde der Mann kontaktiert und informiert, dass seine Freundin positiv ist. Er selbst hat bis heute keinen offiziellen Bescheid erhalten, dass auch er positiv ist.

Mehrfach hat der Mann bei der Befundhotline angerufen, dort wurde er unter anderem zum Bezirksgesundheitsamt verwiesen, erreichte dort aber nie jemanden, Mails blieben unbeantwortet. Seine Freundin wiederum wurde schließlich doch kontaktiert, ihr wurde telefonisch mitgeteilt, dass sie positiv sei. Bei diesem Gespräch wurde ihr auf Nachfrage auch gesagt, dass ihr Lebensgefährte ebenso SARS-CoV-2 positiv sei und dass sich bei ihm noch jemand melden werde. Das ist neun Tage nach dem Test bis Donnerstag noch nicht erfolgt.

Erneut informierten Betroffene die Kontaktpersonen

Der Frau wiederum wurde per Mail mitgeteilt, dass sie in Quarantäne muss. Außerdem wurden bereits vergangenen Freitag - am 23. Oktober - ihre Kontaktpersonen abgefragt. Diese wurden bis heute nicht von den Contact Tracern kontaktiert. Vielmehr hat die Frau selbst ihre Kontaktpersonen über ihren positiven Befund informiert - wie auch ihr Lebensgefährte. "Mein Test ist neun Tage her, es wäre nicht schlecht, wenn ich endlich einen offiziellen Bescheid bekommen würde", sagte er am Donnerstag zur APA.

(APA/Red)

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