Mando Diao in der Wiener Stadthalle: Schluss vor dem Höhepunkt

Mando Diao beim letzten Gig in Österreich - Frequency Festival.
Mando Diao beim letzten Gig in Österreich - Frequency Festival. ©APA
Kaum waren Mando Diao am Mittwochabend in der Wiener Stadthalle endlich in Fahrt gekommen, da war der Auftritt auch schon zu Ende. Beim dritten Gastspiel der schwedischen Pop-Rock-Formation in diesem Jahr in Österreich musste man lange warten, bis der Funke endlich übersprang. Umso abrupter kam das Ende: Nach einem relativ kurzen Set und zwei Zugaben war Schluss.
Kaum waren Mando Diao am Mittwochabend in der Wiener Stadthalle endlich in Fahrt gekommen, da war der Auftritt auch schon zu Ende. Beim dritten Gastspiel der schwedischen Pop-Rock-Formation in diesem Jahr in Österreich musste man lange warten, bis der Funke dank flotterer Songs am Stück endlich übersprang. Umso abrupter kam das Ende: Nach einem relativ kurzen regulären Set und zwei Zugaben war Schluss.

Mando Diao hatten heuer im März eine furiose Darbietung im Wiener Gasometer abgeliefert und dann mit einem lustlosen Gig im Nieselregen am Frequency Festival im Sommer enttäuscht. So wie in St. Pölten beim Open Air tröpfelte es gestern in der alles andere als vollen Stadthalle (Stehplatzversion mit zugedeckten Rängen, viele “Löcher”) dahin: Ein bombastisches Intro, eine (manchmal zu viel) posende Band, eine zu zerfahrene Songauswahl: Zwischen das krachende “Blue Lining White Trenchcoat”, auch Opener der aktuellen CD “Give Me Fire” (Universal), und das flotte “Long Before Rock ‘n’ Roll” wurde beispielsweise das live etwas zähe “High Heels” gebettet.

Die Bühne war ein Mittelding aus stilvoller Minimalästhetik und – wenn der Nebel waberte und wieder einmal düstere Keyboard-Klänge in das nächste Stück überleiteten – stilisiertem Gruselschloss. In letzteres passte Gustaf Noren, die zweite Hauptstimme neben Björn Dixgard, mit einem rot-schwarzen Vampirumhang auch gut hinein. Schaurig waren allerdings lediglich die zahme Performance und die schlechte Setlist bis zur Halbzeit. Das Experiment, weg von den simplen Songs hin zu komplexeren Arrangements, funktionierte nur bedingt bis gar nicht.

Der Umschwung kam, als die Frontmänner auf ein Podest im hinteren Teil des Saals wechselten und halb akustisch “You Can’t Steal My Love”, gefolgt von “The New Boy” und einer schönen, reduzierten Version von “Gold” hinter sich brachten. Es folgte Mando Diao pur und eine Vorstellung davon, wie diese Formation wirklich fetzen kann: “Give Me Fire” prickelte, “Mean Street” swingte, “Gloria” animierte zum Tanzen, bei der ersten Zugabe “Dance With Somebody” ohnehin Plicht. Die Hymne “Go Out Tonight” setzte sich unverschämt in den Gehörgängen fest – und dann war Schluss, als sich die Stimmung noch auf dem Weg zum Höhepunkt befand. Fazit: Mando Diao sollten schleunigst in die mittelgroßen Hallen zurückkehren und live mehr die rockige Seite betonen, denn damit sind sie immer stark gewesen.

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