„Manche halten uns sicher für verrückt!“­­

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W&W sprach mit dem Vater-Tochter-Gespann Sarah und Wolfgang Preuß von der „wirtschaft“ in Dornbirn über kühne Ideen und harte Realitäten.

von Anja Förtsch/Wann & Wo

WANN & WO: Euer Gastro- und Event-Projekt „Emma & Eugen“ ist nach euren Groß- bzw. Urgroßeltern benannt. Dabei sei Eugen der Kämpfer und Emma die Harmonische gewesen. Trifft das auch auf euch zu?

Sarah Preuß: Tatsächlich prescht der Papa mit seinen Ideen immer nach vorn. Und ich bin dann die, die den ganzen Wahnsinn gemeinsam mit ihm in die Realität bringt. (lacht)

WANN & WO: Wie kam es, dass ihr als Vater-Tochter-Gespann arbeitet?

Sarah Preuß: Während meiner Ausbildung zur Grafikdesignerin gestaltete meine damalige Agentur das neue Erscheinungsbild der „wirtschaft“. Das war mein erstes, großes Projekt. Nach meiner abgeschlossenen Lehre war für mich klar, dass ich dieses Projekt bis ins Detail begleiten möchte. Also habe ich Papa gefragt, ob er sich eine Zusammenarbeit vorstellen kann.

Wolfgang Preuß: Und ich habe „ja“ gesagt. Es bedeutet mir sehr viel, dass ich mit Sarah gemeinsam unsere Projekte umsetzen kann. Auch wenn wir manchmal Meinungsverschiedenheiten haben, sind wir uns am Schluss einig.

WANN & WO: Bald startet eure Emma & Eugen-Arena. Wie viel Arbeit steckt da drin, vor allem in Hinblick auf Corona-Maßnahmen?

Sarah Preuß: Viel. Seit Monaten kümmere ich mich größtenteils um Hygienekonzepte und Bewilligungen. Schwierig ist, dass man kaum planen kann. Wir wussten bis vor fünf Wochen noch nicht einmal, ob wir das Projekt so umsetzen können.

WANN & WO: Habt ihr bei all den Unsicherheiten und offenen Fragen noch ruhig schlafen können?

Sarah Preuß: Nicht so. (lacht) Mir ist Planung sehr wichtig. In Zeiten wie diesen müssen wir aber flexibel bleiben und können daher oft nur von Tag zu Tag planen. Das macht alles erst recht spannend.

WANN & WO: Gab es auch kritische Stimmen zur „Emma & Eugen-Arena“?

Wolfgang Preuß: Manche halten uns bestimmt für verrückt, während einer Pandemie ein solches Projekt umzusetzen – und wir sind es sicher auch. (lacht) Aber wir müssen auch wirtschaften. Wir haben 20 Mitarbeiter und tun alles dafür, dass das so bleibt.

Sarah Preuß: Etwas Verrücktheit braucht es schon. Wir erzählen gerade vielen davon. Grundsätzlich halten uns im ersten Moment die meisten für völlig verrückt, schmunzeln dabei und wollen dann aber auch Teil davon sein.

WANN & WO: Wie hat euch die Pandemie wirtschaftlich getroffen?

Wolfgang Preuß: Extrem. Wir hatten davor ein sehr gutes Jahr und volle Auftragsbücher fürs nächste – 2020 wäre sicher ein Rekordjahr geworden. Aber es ist nun mal, wie es ist. Wir sind dankbar für die Wirtschaftshilfen, durch die wir alle Mitarbeiter halten konnten. Und besonders auch für die Solidarität unserer Gäste und Kunden sowie der Künstler, mit denen wir zusammenarbeiten. Das motiviert unheimlich.

Sarah Preuß: Andererseits konnten wir auch Gutes aus der Zeit mitnehmen: Die Idee zum Emma & Eugen-Projekt ist etwa aufgrund der Pandemie entstanden. In der Not entstehen die besten Ideen.

WANN &WO: Habt ihr bei so viel Zusammenarbeit auch gemeinsame Freizeit?

Sarah Preuß: Wir haben schon Tage, an denen wir nicht am gleichen Ort arbeiten. Aber dass wir uns mal länger als zwei Tage nicht sehen, das gibt es bei uns nicht.

Wolfgang Preuß: Wenn ich mal ein bis zwei Tage von Sarah nichts höre, dann fehlt mir etwas.

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