Lokalbekanntschaft vergewaltigt - 8 Jahre Haft

27-jähriger wurde am Straflandesgericht zu acht Jahren Haft verurteilt - Nachbarn hörten die Hilfeschreie und verständigten die Polizei - der Mann hatte schon zuvor eine Frau niedergeschlagen und missbraucht.

Ein 27-jähriger Mann ist am Montag im Wiener Straflandesgericht wegen Vergewaltigung zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte in der Nacht auf den 10. Februar 2005 in einem Lokal in Wien-Fünfhaus eine junge Frau kennen gelernt, die er unter einem Vorwand in seine Wohnung lockte. Dort verging er sich mehrmals an ihr, ehe Nachbarn, die ihre Hilfeschreie hörten, die Polizei alarmierten. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, der Angeklagte meldete Rechtsmittel an.


Es war nicht das erste Mal, dass der Mann – ein gebürtiger Oberösterreicher – über eine Frau herfiel. Mitte der neunziger Jahren hatte er in seiner Heimat bei einer Freiluft-Party mit einem Mädchen Bekanntschaft geschlossen. Er wollte schließlich „mehr“, sie war damit nicht einverstanden, worauf er sie mit einem Holzprügel nieder schlug und missbrauchte. Danach schleifte er sein Opfer zu einem Fluss und versuchte, es zu ertränken.


Das Landesgericht Steyr verurteilte ihn deswegen wegen versuchten Mordes und Vergewaltigung zu acht Jahren Haft. Nach fünfeinhalb Jahren wurde er wegen guter Führung entlassen. Er zog in die Bundeshauptstadt, fand hier einen Job, zuletzt als Baustoff-Verkäufer.


Bis zu dem nun inkriminierten Vorfall wurde er nicht mehr straffällig. Die neuerliche Vergewaltigung stellte er vor dem Schöffensenat (Vorsitz: Sonja Höpler) in Abrede: Die Frau sei „ein bissl betrunken“ gewesen, er – ebenfalls nicht mehr nüchtern – habe mit ihr zu schmusen begonnen. Alles sei „freiwillig“ geschehen.


Laut Anklage fasste der 27-Jährige beim Verlassen der Wohnung den Entschluss, die Frau in seine Gewalt zu bringen. Er setzte sich in sein Auto und gab vor, sie heimzubringen. Um weiter fahren zu können, müsse er aber noch schnell tanken. Seine Bankomat-Karte liege allerdings bei ihm zu Hause.


Dort angekommen, bat er die Frau, doch kurz mit ihm hinauf zu kommen. In der Wohnung verpasste er der Wienerin laut Strafantrag sofort einen Faustschlag, zerrte sie ins Schlafzimmer, setzte sich auf sie und malträtierte sie. Als er bemerkte, dass die Nachbarn darauf aufmerksam geworden war, forderte er sie auf, sich anzuziehen. Die völlig verängstigte Frau kam diesem Befehl nach, der 27-Jährige chauffierte sie dann tatsächlich zu ihrer Wohnung.


Am nächsten Morgen erstattete sein Opfer Anzeige. Sie führte die Polizeibeamten zum Tatort, der Mann wurde an seinem Arbeitsplatz festgenommen.

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