Liste Fritz zielt in Tirol auf "enttäuschte" Grün-Wähler

Die Liste Fritz will bei der Tirol-Wahl 2022 aus dem grünen Becken fischen.
Die Liste Fritz will bei der Tirol-Wahl 2022 aus dem grünen Becken fischen. ©APA/BARBARA GINDL
Vor der Tiroler Landtagswahl am 25. September zielt die oppositionelle Liste Fritz auf die "enttäuschte" grüne Wählerschaft, denn "grün wirkt nicht beim Umwelt-, Klima- und Naturschutz.

Denn es zählten Taten statt Worte, erklärte Landeslistenzweiter Klubobmann Markus Sint und verwies auf 50 Landtagsanträge seiner Partei zu dem Thema in den vergangenen fünf Jahren. Die Bilanz der Grünen sei dürftig. Die Partei sei eine "Fehlbesetzung in der Regierung".

Liste Fritz setzt im Tiroler Wahlkampf auf Klimaschutz

Es sei im Bereich Umwelt-, Klima- und Naturschutz "selten so wenig weitergegangen wie in den vergangenen neun Jahren Schwarz-Grün", schoss Sint im Rahmen einer Pressekonferenz vor der Landtagswahl in Tirol am Mittwoch in Innsbruck scharf. Dass die vom Wirtschaftsbund beeinflusste ÖVP ein "Gebotsproblem" beim Klimaschutz habe, liege auf der Hand - von den Schwarzen sei in diesem Punkt "wenig zu erwarten", so der Oppositionspolitiker, der aktuell im Spitzentandem an der Seite der Liste Fritz-Spitzenkandidatin Andrea Haselwanter-Schneider um die Wählergunst buhlt.

Dass aber die grüne Partei in ihrem Kernthema "gar nichts weiterbringt", habe "so viele Menschen in Tirol enttäuscht" und sei auf einen "unbändigen Drang der Grünen, den Schwarzen zu gefallen" zurückzuführen. Sehr viele der von seiner Partei eingebrachten 50 Initiativen seien von Schwarz-Grün entweder "durch Abänderungsanträge verwässert" oder abgelehnt worden. "Politischer Wille" und "Gespür für neue Ideen" fehle. Das Regieren sei von "klein kariertem Denken" geprägt, man habe Chancen oft nicht erkannt und sich im "Klein-Klein" verloren.

Liste Fritz ortet Versäumnisse der schwarz-grünen Landesregierung

Als Beleg dafür, dass sich die Liste Fritz im Gegensatz zu den anderen Parteien an Taten statt "salbungsvoller Versprechungen" messen lassen wolle, ging Sint auf einige "Schlaglichter" unter den 50 Landtagsinitiativen der vergangenen fünf Jahre ein. Etwa auf die Forderung nach "absolutem Gletscherschutz" 2019, die von der Regierung "einfach nicht behandelt" worden, nun aber in aller Munde sei. Oder auf den Vorschlag aus dem Jahr 2022 zu schwimmenden Photovoltaikanlagen in Speicherseen. Versäumnisse der schwarz-grünen Regierung ortete Sint auch in Bezug auf Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden. Die Liste brachte eine solche 2019 ins Spiel. Sint nahm im Bezug auf Photovoltaik auch den ÖVP-Spitzenkandidaten "Oberelektriker" Anton Mattle in die Pflicht, der als Wirtschaftslandesrat nichts weitergebracht habe, nun aber etwa fordere, Parkflächen mit PV-Anlagen zu überdachen. Solche Forderungen kurz vor der Wahl seien "verlogen" und "billig", fand Sint.

Alle Parteien griffen nun im Tiroler Landtagswahlkampf das Thema Klimawandel und Klimaschutz auf, das Sint eingangs neben der Digitalisierung als eines der zwei "Zukunftsthemen für Tirol" bezeichnete. Doch die Wahlprogramme der anderen Parteien seien "in Wahrheit Briefe ans Christkind". "Papier ist geduldig", führte Sint aus, "es zählt die Bilanz dessen, was man getan hat". Denn letztlich führten leere Versprechen auch zu Politikverdrossenheit, so Sint.

(APA/Red)

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