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Lisa Eckhart lockte die Bobos ins Wiener Museumsquartier

Der Ansturm zu Lisa Eckerts Vortrag war enorm.
Der Ansturm zu Lisa Eckerts Vortrag war enorm. ©APA/HERBERT NEUBAUER
Starkabarettistin Lisa Eckhart präsentierte beim Literaturfestival im Wiener Museumsquartier störungsfrei ihren Debütroman "Omama".

Was in Hamburg den Schwarzen Block mobilisiert, lockt in Wien die bunte Bobofraktion: Lisa Eckhart stellte am Donnerstag ihr Romandebüt "Omama" im Museumsquartier vor - und nichts geschah. Anders als an der Elbe, wo das Harbour-Front-Festival die 27-Jährige jüngst ob Protesten der linksalternativen Szene ausgeladen hatte, absolvierte sie in Wien einen gewohnt dekadenten, störungsfreien Auftritt.

"Es soll heute um das Buch gehen", hatte bereits zum Auftakt Literaturwissenschafterin Daniela Strigl als Organisatorin und Moderatorin klargestellt - und der von der Linken ob vermeintlicher antisemitischer Spitzen kritisierte neoliterarische Stargast hielt sich an die Vorgabe. So hatte die Kabarettistin jüngst schon im APA-Interview einer tieferen Analyse der promotionkompatiblen Hamburger Vorkommnisse eine Absage erteilt: "Es ist völlig aufgebauscht. Es ist mir einfach peinlich."

Von der Kabarettistin zur Autorin

Und so ging es also um das Buch - respektive dessen Autorin, die ihren bisherigen Erfolgslauf auf den deutschsprachigen Kabarettbühne lediglich zum Präludium und Mittel zum Zweck erklärte, das Romandebüt einfacher zu lancieren, sei es doch immer ihr großer Wunsch gewesen zu schreiben: "Ich dachte: Ich buckel nicht vor den Verlagen, sondern mache lieber fünf Jahre Kabarett, dann kommen die zu mir." Bei ihrem jetzigen Herausgeber Zsolnay hat das offenbar funktioniert.

Ein anderer Einsatz abseits der offenen Bühne sei auch nicht erfolgsversprechend gewesen. "Man kann sich in den Literaturbetrieb schlecht reinschlafen, habe ich gemerkt", stellte Eckhart klar, der Kollegin Mercedes Spannagel mit "Das Palais muss brennen" als Vor-Leserin vorangegangen war. Es ging offensichtlich auch so, wobei die Jungschriftstellerin neben Gogol eine heimische Größe zum Vorbild erhob: "Elfriede Jelinek war in der Jugend eine Göttin für mich." Deren sich in Humor steigernde Grausamkeit sei ihr das Anziehende gewesen.

Doch noch Präsentation in Hamburg

Nach dem Erfolg in Wien ist die in Leipzig lebende Eckhart mit diesem Ansatz auch nicht ganz für Hamburg verloren. Anstatt im Rahmen des Harbour-Front-Festivals wird die Neoautorin ihren Erstling am 3. September im Hamburger Literaturhaus vorstellen. Und selbst im Rennen um den mit 10.000 Euro dotierten Klaus-Michael-Kühne-Preis des Harbour Front ist Eckhart trotz Ausladung noch, wie die Veranstalter zuletzt mitteilten.

(APA/Red)

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