Leserreporter: Mehrdeutiges Dosenkunstwerk beim Schikaneder

Unsere Leserreporterin entdeckte zu nächtlicher Stunde dieses "Dosenkunstwerk" im öffentlichen Raum
Unsere Leserreporterin entdeckte zu nächtlicher Stunde dieses "Dosenkunstwerk" im öffentlichen Raum ©Krissi H.
Wer durch die nächtlichen Straßen Wiens spaziert, entdeckt so manche Absonderlichkeit - ob menschlich oder dinglich. Wie dieses skurrile Konstrukt, das unserer Leserreporterin Krissi H. nahe dem Schikaneder in Wien ins Auge fiel.
Dosenkunst beim "Schiki"
Urban Knitting in Wien

Ist das nun alternative Kunst – oder nur die besoffene Bastelei eines kreativen Betrunkenen? Diese Frage musste sich Leserreporterin Krissi H. notgedrungen stellen, als sie eines Abends an der Kreuzung Margaretenstraße/ Schikanedergasse diese ungewöhnliche Entdeckung machte. Direkt beim Schikaneder befand sich ein kunstvolles Konstrukt aus Bierdosen, das jemand unter peinlich genauer Berücksichtigung von Schwerkraft und Aerodynamik an einen Mistkübel appliziert hatte.

Ein Dosen-Maxerl mit Bierbauch-Hänger …

Krissi H. schoss gleich einmal ein paar Bilder – und begann dann zu überlegen, worum es sich bei dem “Kunstwerk” handeln könnte. Die alte Frage: “Was will der Künstler uns damit sagen?”, drängte sich unweigerlich auf.

“Es könnte ein Maxerl sein, das versucht, den Mistkübel zu erklimmen. Da er aber voll ist, bleibt er dort mit seinem Bierbauch hängen,” so Krissi. Und ihr Bruder, der das ungewöhnliche Werk ebenfalls zu sehen bekam, ergänzte: “Auf die Schnelle sehe ich einen dicken, kleinen Nackerpatzl von hinten, der im Spagatsprung in den Mistkübel greift und dabei leider mit den ausgestreckten Händen stecken geblieben ist. Die Dose zwischen den “Beinen” erklärt, warum es ein nackter Junge ist …”

… oder Manifest für ein friedliches Miteinander?

Auch wir haben uns beim Erhalt der Bilder so unsere Gedanken gemacht. Besteigt der Dosenmann gar die hilflose Mistkübelin? Oder handelt es sich vielleicht um ein Mahnmal, das für die Gleichstellung verschiedenster Biere – oder gar generell für ein friedliches Miteinander wirbt? Schließlich sind Stiegl-, Wieselburger- und Gösser-Dosen in dieser Installation trotz aller Markenunterschiede in freundlicher Ko-Existenz vereint.

Zumindest die Fantasie unserer Leserreporterin und ihrer Begleitung wurde durch die “Dosenkunst” jedenfalls ganz gehörig angeregt. Und geht es bei moderner Kunst nicht unter anderem darum?

Das Honorar kassiert in diesem Fall jedenfalls nicht der unbekannte Künstler, sondern unsere Leserreporterin. Aber wer weiß – vielleicht ist einer von euch ja ähnlich begabt und verziert mit ähnlichen Konstrukten mehr oder weniger künstlerisch den öffentlichen Raum? In Anlehnung an “Urban Knitting”, das sich in Wien ebenfalls steigender Beliebtheit erfreut, schlagen wir für diese neue Kunstform jedenfalls schon einmal den Begriff “Urban Canning” vor …

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