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Leopoldstadt - Uschi Lichtenegger: "Es war ein Stoß ins kalte Wasser"

Wien-Leopoldstadt: Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger im VIENNA.at-Interview.
Wien-Leopoldstadt: Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger im VIENNA.at-Interview. ©Bezirksvorstehung Wien-Leopoldstadt
Im Zuge der Wien-Wahl 2020 bat VIENNA.at die Bezirksvorsteher zum Interview. Uschi Lichtenegger, Bezirkschefin der Leopoldstadt, sprach über die Besonderheiten des Bezirks, die Herausforderungen bei der Übernahme des Bezirks und während der Corona-Pandemie und ihre Ziele für die Wahl.

Uschi Lichtenegger ist seit 2016 Bezirksvorsteherin in Wien-Leopoldstadt. VIENNA.at bat die Bezirkschefin im Zuge der Wien-Wahl zum Gespräch und wollte genaueres über die Besonderheiten des Bezirks, Herausforderungen während der Coronakrise und Ziele für die Wien-Wahl 2020 wissen.

Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger (Wien-Leopoldstadt) im Interview

Sie sind seit 2016 in der Funktion als Bezirksvorsteherin tätig. Was waren die größten Herausforderungen nach der "Umfärbung" des Bezirks?

Dass ich gewählt wurde, hat alle überrascht, auch mich. Das war ein Stoß ins kalte Wasser, doch ich bin gleich mit Feuereifer an die neue Aufgabe herangegangen, um die Leopoldstadt mutig zu gestalten. Ich habe mit meinem Team in den letzten vier Jahren vieles in der Leopoldstadt weitergebracht, etwa was die Begrünung unseres Bezirks und den Klimaschutz angeht.

Rückblick: Was wurde in der letzten Legislaturperiode in Ihrem Bezirk umgesetzt?

Die G’stettn am Nordbahnhof wird schon ab nächstem Jahr naturnah gestaltet, statt zu einer Baustraße zu verkommen. Mit der Freien Mitte erhält das größte Innerstädtische Stadtentwicklungsgebiet einen 10 ha großen Naturraum.

Besonders stolz bin ich auf den neuen Else-Feldmann-Park Am Tabor. Hier haben wir eine Straße entsiegelt, den Asphalt aufgebrochen, um einen neuen Grätzlpark zu schaffen.

Ein Schwerpunkt in meiner Arbeit waren Investitionen für Kinder und Jugendliche. Schulneubauten und –sanierungen machen den größten Brocken im Bezirksbudget aus. Mit fünf neu gestalteten Schulvorplätzen und der Entschärfung von Gefahrenstellen an Schulwegen sorgen wir für die Sicherheit der Kinder. Vor dem neuen Gymnasium in der Lessinggasse wird gerade die neue Fußgängerzone fertig.

Was macht Ihren Bezirk aus?

Die Leopoldstadt ist unglaublich vielseitig; wir sind ein Bezirk, in dem Menschen unterschiedlichster Nationen und Religionen in nachbarschaftlicher Atmosphäre zusammenleben. So unterschiedlich wie die Menschen ist auch der Bezirk. Die Leopoldstadt ist ein bedeutender Firmen- und Universitätsstandort. Der Wurstelprater, das Ernst-Happel-Stadion und viele weitere Sportstätten, der Augarten, der Donaukanal, viel Kunst und Kultur – in der Leopoldstadt gibt es nichts, was es nicht gibt.  Wir haben wahnsinnig viel Grünraum im Bezirk. Ein echtes Privileg, das wir bewahren müssen. Allein der grüne Prater umfasst knapp ein Drittel der Bezirksfläche.

Sie haben schon einige Vorhaben genannt, insbesondere der Praterstern, Verkehrsberuhigung und Ausbau des Radfahrnetzes scheinen Ihre Schwerpunkte zu sein. Wie wollen Sie Ihre Vorhaben in diesen Bereichen umsetzen?

Ich will mit zukunftsweisenden Mobilitätskonzepten an Verkehrsfragen herangehen und den LeopoldstädterInnen Platz auf den Gehsteigen und Radwegen und begrünte Straßenräume anbieten.

Der Praterstern als gut funktionierender Verkehrsknotenpunkt hat, was die Gestaltung des öffentlichen Raums angeht, noch großes Potential. Der Platz wird kommendes Jahr umgebaut und rundherum einen Grünring erhalten. 45 zusätzliche Bäume sind möglich. Die unschöne, massive Stangenpergola um das Tegetthoffdenkmal konnte in Vorbereitung darauf bereits heuer entfernt werden.

Auch der Radverkehr hat hohe Priorität, da er eine klimafreundliche Alternative zum Auto. Damit Menschen öfter aufs Rad umsteigen, muss man ihnen jedoch auch die nötige sichere Radinfrastruktur anbieten. In der Scherzergasse und Castellezgasse wird die erste Fahrradstraße der Leopoldstadt gebaut.

Ein weiteres Anliegen ist die Verkehrsberuhigung, um die Unfallgefahr und die Lärm- und Abgasbelastung zu senken. Fast alle Wohngebiete im Zweiten sind abseits der Hauptstraßen bereits Tempo-30-Zonen. Wir schließen laufend die letzten Lücken, jüngst unter anderem die Heinestraße, die Obere Augartenstraße und die Hauptallee. Das Ziel flächendeckend Tempo 30 im Wohngebiet einzuführen ist also nicht mehr weit entfernt.

Welche anderen Projekte sollen in den kommenden Jahren im Bezirk mit Ihrer Unterstützung umgesetzt werden?

Wir arbeiten auf Hochtouren an der Neugestaltung der Praterstraße. Kürzlich konnten wir die Pläne präsentieren, die eine enorme Aufwertung bringen werden. Eine dritte Baumreihe in der Mitte, viel Platz zum Flanieren, Einkaufen und Beisammensitzen werden einen völlig veränderten Gesamteindruck von der Praterstraße bewirken. Für die Wünsche der AnrainerInnen nach besseren Querungen, Sitzgelegenheiten und einer Entschärfung der Konflikte im Verkehr wurden wirklich überzeugende Lösungen gefunden.

Ich habe mir zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit den Leopoldstädterinnen und Leopoldstädtern etwas gegen die Klimakrise zu unternehmen und mehr Grün auf die Straßen und Plätze zu bringen. In der Kleinen Sperlgasse wird 2021 eine dauerhafte Coole Straße errichtet. Zusätzliche Bäume sind zentral für ein angenehmes Mikroklima, sie werden auch am häufigsten gewünscht. Wir haben in den letzten vier Jahren über 1000 Bäume gepflanzt. Mein Ziel ist es, in der Bezirkspolitik mit den richtigen Maßnahmen den öffentlichen Raum lebenswert zu gestalten.

Was waren die großen Herausforderungen während der Corona-Pandemie?

Durch die Absage aller Veranstaltungen und Außentermine aller Art hat sich im März auf einen Schlag alles auf den Schreibtisch verlagert. Zuerst ging es vor allem um die Krisenkoordination. Ich habe bestmöglich versucht zu unterstützen und Informationen weiterzugeben. Als Großmutter war es sicherlich am herausforderndsten, dass ich meine Enkelkinder längere Zeit nicht sehen konnte. Jetzt liegt es an uns allen, dass wir ohne einen neuerlichen Lockdown durch die kalte Jahreszeit kommen. Für viele Firmen und Lokale wäre das nicht verkraftbar.

Wo sehen Sie Ihre Partei bei der Gemeinderatswahl 2020?

Hoffentlich wieder in der Wiener Stadtregierung. Nur mit den Grünen und Birgit Hebein wird der Aufbruch in eine klimagerechte Zukunft gelingen. Nur mit Birgit Hebein wird es eine moderne, vorwärtsgewandte Mobilitäts- und Klimaoffensive geben und Konzepte für unsere Kinder und Enkelkinder.

(Red.)

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