Leichenfund im Wienerwald: Details zur Festnahme des Verdächtigen

Ein Mann, der im Verdacht steht, Milenko M. getötet und im Wienerwald versteckt zu haben, ist gefasst
Ein Mann, der im Verdacht steht, Milenko M. getötet und im Wienerwald versteckt zu haben, ist gefasst ©APA / LKA/NÖ
Wie bereits berichtet, gelang nach dem Fund der Leiche von Milenko M. (58) im Wienerwald nun die Festnahme eines Tatverdächtigen. Bereits am Montag klickten, wie nun bekannt wurde, für den 61-jährigen Jozef E. die Handschellen.
Festnahme von Jozef E.
Auto von M. gesucht
Ermittlungen laufen
Opfer identifiziert

Einsatzkräfte des Landeskriminalamts Niederösterreich konnten am 14. Mai 2012 einen 61-jährigen Mann wegen des dringenden Verdachts des Mordes an Milenko M. festnehmen, der Ende April tot im Wienerwald gefunden worden war. Die Leiche hatte sich in einem Waldstück im Gemeindegebiet von Gablitz (Bezirk Wien-Umgebung) befunden, wo sie am 26. April 2012 entdeckt worden war.

Opfer traf sich mit dem Täter

Die Leiche war mit Seilen verschnürt, wies massive Kopfverletzungen auf und es fehlten die unteren Extremitäten. Um wen es sich bei dem Opfer handelte, war zunächst nicht klar. Die Ermittlungen wegen Mordes nach dem Fund in Wienerwald begannen.

Von den Beamtinnen und Beamten des Landeskriminalamtes Niederösterreich wurde das Mordopfer schließlich als Milenko M., ein 58-jähriger, serbischer Staatsbürger, in Wien wohnhaft gewesen, identifiziert. Weitere Ermittlungen bestätigten laut einer aktuellen Aussendung der Polizei den Verdacht, dass sich das Opfer am 30. März 2012 mit einem Landsmann, dem 61-jährigen Jozef E., der ebenfalls in Wien wohnte, treffen wollte. 

Opfer und mutmaßlicher Täter dürften einander schon länger gekannt haben, sagte Leopold Etz von der Mordgruppe des LKA Niederösterreich. Beide hätten nebenberuflich mit Autos zu tun gehabt.

Widersprüche bei Einvernahme zum Leichenfund im Wienerwald

Schon im Zuge der Abgängigkeitsermittlungen habe sich herausgestellt, dass sich der 58-Jährige am Tag seines Verschwindens mit seinem Landsmann in dessen Wohnung treffen wollte. Bei Befragungen durch die Polizei habe der jetzige Mordverdächtige damals aber angegeben, dass M. nicht wie vereinbart erschienen war, so Etz. Dies sei aber im Widerspruch zu späteren Ermittlungsergebnissen gestanden.

Am 14. Mai 2012 wurde Jozef E. nach Angaben der Polizei nach seiner Rückkehr in das Bundesgebiet aufgrund einer Anordnung der Staatsanwaltschaft St. Pölten in Wien festgenommen. In der Wohnung des 61-Jährigen sichergestellte Unterlagen hätten ihn ebenso belastet wie Spuren im Kellerabteil – dem möglichen Tatort, Spurenauswertungen stünden laut dem Ermittler aber noch aus – und an der Verpackung der Leiche.

Tatverdächtiger ist nicht geständig

Seit Ende März habe sich der Verdächtige zweimal in Serbien aufgehalten. Bei seiner Rückkehr am Montag wurde er auf Anordnung der Staatsanwaltschaft St. Pölten schließlich in Wien festgenommen. Nach Angaben der Polizei zeigte sich Jozef E. bislang nicht geständig, mit der im Wienerwald gefundenen Leiche etwas zu tun zu haben, das Tatmotiv ist nicht bekannt. Bisher habe er ausgesagt, mit all dem nichts zu tun zu haben und Belastendes “negiert und ignoriert”, teilte Etz mit. Der Tatverdächtige wurde am Dienstag in die Justizanstalt beim Landesgericht St. Pölten eingeliefert.

“Unter Umständen” könnte auch der Pkw des getöteten 58-Jährigen bei dem Verbrechen eine Rolle gespielt haben. Der schwarz lackierte Toyota RAV 4 mit dem Wunschkennzeichen W-VRCIN1 sei nach wie vor verschwunden und könnte von dem Beschuldigten in sein Heimatland Serbien verbracht worden sein, so das LKA Niederösterreich. Die unteren Extremitäten der Leiche, von der im Wienerwald lediglich der Torso gefunden worden war, sind ebenfalls noch verschwunden.

(apa/red)
 
 

 

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