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Lehrling erstochen: Freispruch rechtskräftig

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Der Freispruch für jenen 43-jährigen Wiener, der am 12. März 2006 in einem Gemeindebau in der Leystraße einen 18 Jahre alten Lehrling erstochen hatte (Bericht), ist bereits rechtskräftig.

„Wir werden dagegen kein Rechtsmittel einlegen“, gab die zuständige Staatsanwältin Susanne Kerbl-Cortella am Mittwoch auf APA-Anfrage bekannt. Die Geschworenen hätten die an sie gestellten Rechtsfragen „aktenkonform und in Übereinstimmung mit den Ergebnissen des Beweisverfahrens gelöst“.

Im Hinblick darauf hätte eine gegen den Wahrspruch der Geschworenen gerichtete Nichtigkeitsbeschwerde nach Ansicht der Anklagebehörde keine Aussicht auf Erfolg. Daher wird der Freispruch nicht bekämpft, obwohl Kerbl-Cortella damit nicht glücklich ist. Nach ihrem Dafürhalten gehört das Rechtsmittelverfahren reformiert, speziell die Entscheidungen von Geschworenen seien derzeit schwer überprüfbar: „Die in der Strafprozessordnung vorgesehenen Nichtigkeitsgründe sind völlig verklausuliert und an Formalismen gebunden. Das gehört gelockert.“

Hintergrund der gegenständlichen Bluttat, die von der Staatsanwaltschaft als Mord zur Anklage gebracht worden war und am Dienstagabend im Wiener Straflandesgericht von einem Schwurgericht als gerechtfertigte und angemessene Notwehr auslegt wurde, waren Lärmbelästigungen, unter denen der 43-Jährige seit Jahren litt. Immer wieder beschwerte er sich bei Wiener Wohnen über den ihn direkt über ihm wohnenden Nachbarn und zeigte diesen bei der Polizei an.

Keine Seltenheit, in größeren Gemeindebau-Anlagen muss die Polizei beinahe täglich wegen angeblich lauter Nachbarn intervenieren. „Gemeindebauten sind allerdings besser als ihr Ruf. Ihr Image ist schlechter, als es nötig wäre“, hält dazu die Wiener Stadtpsychologin Cornelia Ehmayer fest. Auf Grund der geringeren Bildung und des gesellschaftlichen Status der Bewohner sei zwar das Aggressionspotenzial höher als in vergleichbaren Eigentums- oder Genossenschafts-Anlagen, das gemeinsame Zusammenleben auf engstem Raum funktioniere aber besser als in Satellitenstädten oder anonymen Hochhäusern.

„Für Menschen in größeren Wohnanlagen ist es wichtig, dass man sich kennt. Aber nicht gut kennt“, erläuterte Ehmayer im Gespräch mit der APA. Viele Gemeindebauten hätten mit Gemeinschafträumen und Innenhöfen die dafür geeignete Infrastruktur. Die oftmals billige, nicht unbedingt Lärm dämmende Bauweise sei nicht das zentrale Problem. „Wichtig ist es, dass man kleinere, kommunikationsfördernde Einheiten schafft, die ein Miteinander ermöglichen. Lange Gänge mit vielen Türen sind da kontraproduktiv“, weiß die Stadtpsychologin.

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