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Legionellenbefall in Döbling: Grenzwert deutlich überschritten

Wohnhausanlage in Döbling mit Legionellenbefall
Wohnhausanlage in Döbling mit Legionellenbefall ©APA/HERBERT NEUBAUER
Legionellenbefall eines Wohnhauses in Wien-Döbling: Ansteckung erfolgt über das Einatmen von Wasser. Es wurden Service-Telefone eingerichtet.

In einer Wohnhausanlage in Wien Döbling wurde eine Beprobung der zentralen Trinkwassererwärmungsanlage und dem Verteilsystem durchgeführt. Der Befund zeigt eine Verkeimung mit Legionellen (Legionella pneumophila) mit Konzentrationen, die in manchen Bereichen den nach der ÖNORM festgelegten Grenzwert deutlich überschreitet.

Haus in Döbling mit Legionellenbefall

“Aufgrund der Verteilung und Höhe der Legionellenkonzentration waren Schutzmaßnahmen anzuordnen”, erklärt Ursula Karnthaler, Leiterin des Fachbereichs Infektionsvorsorge des Gesundheitsdienstes der Stadt Wien – Magistratsabteilung 15. Weil die Ansteckung mit Legionellen ausschließlich durch das Einatmen von Wassersprühnebel über Atemwege und Lunge erfolgt, sind daher alle Aktivitäten, die Sprühnebel erzeugen zu meiden. Dazu zählen insbesondere das Duschen und Benutzen von Whirlpools.

Karnthaler informiert weiter: “Legionellen sterben ab einer Wassertemperatur von 60 Grad Celsius ab, daher werden die Wasserleitungen im Zuge der Sanierung mit heißem Wasser durchgespült. Legionellen können außerdem nur über das Einatmen übertragen werden. Eine Wasserentnahme zum Kochen und Trinken oder für die Toilette ist daher unbedenklich.” Vorsicht sollten speziell Personen mit einem geschwächten Immunsystem und chronischen Lungenerkrankungen oder ältere Personen walten lassen, denn sie haben ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Informationen zu Legionellen

Entdeckt wurde der Keim Legionella pneumophila im Jahr 1976 durch mehrere Erkrankungs- und Todesfälle bei einem Legionärstreffen in Philadelphia und erlangte damit traurige Berühmtheit. Legionellen sind natürliche Wasserbewohner und können sowohl im Grundwasser als auch an Oberflächenwasser vorkommen. Wassertemperaturen zwischen 25 GradC und 50 GradC sind Bedingungen, bei denen sich die Legionellen rasch vermehren. Bei Temperaturen über 60 GradC sterben sie ab. Warmwasseraufbereitungsanlagen (Boiler), offene Kühltürme von Klimaanlagen sowie schlecht gewartete Whirlpools können eine potentielle Gefahr darstellen. Vor allem in großen, weitverzweigten Warmwassersystemen besteht die Gefahr der Legionellen-Vermehrung.

Die Erkrankung zeigt grippeähnliche Symptome wie allgemeines Unwohlsein, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Fieber und Reizhusten. Bei einem schwereren Verlauf kann es innerhalb weniger Stunden zu einer Lungenentzündung kommen. Die Erkrankung ist mit Antibiotika behandelbar.

Service-Hotlines für Bewohner

Der Gesundheitsdienst der Stadt Wien hat ein Info-Telefon eingerichtet und steht den Bewohner der Hausanlage für Fragen zu Legionellen unter Tel: 01/4000-87530 (Montag bis Sonntag, jeweils 8 bis 16 Uhr) zur Verfügung. Die zuständige Hausverwaltung, GESIBA setzte noch am selben Tag die Mieter vom Legionellenbefall in Kenntnis. Ein Informationsschreiben des Gesundheitsamtes zu Legionellen wurde zugestellt.

Vom behördlich verhängten Duschverbot sind die Mieter zusätzlich durch Aushang informiert worden. Fragen zur Sanierung und Wasserkontrollen können über die Servicetelefonnummer 01/534 77-248/ 249 jeweils MO bis DO von 7:30 Uhr bis 17:30 Uhr und Fr. 7:30-12:30 Uhr gerichtet werden. Für Auskünfte stehen auch außerhalb dieser Zeiten die Hausbesorger der Wohnhausanlage zur Verfügung.

Personen, die während des Duschverbots keine Ausweichmöglichkeit haben, wurde von der zuständigen Wohnbaugenossenschaft eine Alternative angeboten: eine Monatskarte im benachbarten Döblinger Bad.

(Red./APA)

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