Lebenslang für Srebrenica-Massaker gefordert

Sieben Ex-Militärs der bosnische Serben sollen nach dem Willen der Staatsanwaltschaft am UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag wegen ihrer Beteiligung am Massaker von Srebrenica lebenslang hinter Gitter.
Für Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit könne es keine andere Strafe geben, erklärte der Ankläger Peter McCloskey am Montag vor dem Gerichtshof.

Mit dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft nähert sich der 2006 eröffnete größte Prozess gegen eine Gruppe mutmaßlicher Haupttäter beim schwersten Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg dem Ende. Das Datum der Urteilsverkündung muss noch festgelegt werden.

Alle sieben Angeklagten erklärten sich für unschuldig. Fünf von ihnen stehen wegen Völkermordes vor Gericht: Die Sicherheitschefs von Einheiten der bosnisch-serbischen Armee, Ljubisa Beara (70) und Vujadin Popovic (52), sowie der Kommandant und der Sicherheitschef jener Einheit, die den Angriff auf Srebrenica anführte, Vinko Pandurevic (50) und Drago Nikolic (51) sowie der stellvertretende Polizeichef der bosnischen Serben, Ljubomir Borovcanin (49). Die Ex-Offiziere Radivoje Miletic (61) und Milan Gvero (71) sind wegen der Verhinderung humanitärer Hilfe für die Menschen in Srebrenica als Kriegsverbrecher angeklagt.

Bosnisch-serbische Truppen hatten am 11. Juli 1995 die von Muslimen bewohnte ostbosnische Stadt Srebrenica erobert, obwohl sie zur UNO-Schutzzone erklärt worden war. Rund 8.000 überwiegend männliche Muslime (Bosniaken) wurden abgeführt, die meisten erschossen und in Massengräbern verscharrt. Während der Prozess gegen den damalige Anführer der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, in Den Haag inzwischen näher rückt, ist der damalige militärische Befehlshaber Ratko Mladic immer noch auf der Flucht.

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