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Laut Gewessler: Die neuen Spritspar-Regeln für Autofahrer

Die Sprit-Spar-Tipps des Klimaministeriums.
Die Sprit-Spar-Tipps des Klimaministeriums. ©APA; Canva Pro
Die Regierung hat am Montag ihre Energiesparkampagne vorgestellt. Darin enthalten sind auch Spritspar-Tipps, die Autofahrer in Zukunft beachten sollen.
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Mit Maßnahmen, die "unkompliziert und ohne viel Geld in die Hand zu nehmen, zu Hause umsetzbar sind", könnten insgesamt 11 Prozent des derzeitigen Energieverbrauchs eingespart werden, sagte Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne) in einer Pressekonferenz. 

Bis zu 15 % Einsparung an Treibstoff ist allein durch eine spritsparende Fahrweise möglich! Also jeder zehnte Kilometer ist dadurch gratis – und das ohne Zeitverlust und mit mehr Fahrkomfort für Fahrer:in und Beifahrer:innen. Im Einzelfall kann die Einsparung auch deutlich höher sein und bei 20 – 30 % liegen. 

Erfolgreiches Spritsparen bedeutet im Wesentlichen folgendes:

Das Fahrzeug möglichst effizient zu beschleunigen

Sowohl das Gewicht der Insassen als auch das Gewicht des Fahrzeuges müssen beim Anfahren oder bei Temposteigerung beschleunigt werden. Je nach Fahrzeugtyp werden da schon durchschnittlich ein bis zwei Tonnen bewegt. Das kostet Energie in Form von Treibstoff. Deshalb soll die Beschleunigungsphase kurz und nicht zu ausgiebig gestaltet werden.

Den Schwung gut nutzen

Je besser der aufgebaute Schwung genutzt werden kann, desto effizienter ist die Fahrweise. 
Geschwindigkeitsschwankungen sollten vermieden werden. Durch vorausschauendes und flüssiges Fahren lassen sich Brems- und Beschleunigungsvorgänge vermeiden. Wer genug Abstand lässt, ist sicherer unterwegs und kann Geschwindigkeitsunterschiede der voranfahrenden Fahrzeuge ohne starke Brems- und Beschleunigungsmanöver ausgleichen.
Jedes Brems- und Beschleunigungsmanöver führt dazu, dass nutzbare Schwungenergie verloren geht und wieder neu aufgebaut werden muss. Dies erhöht wiederum den Spritverbrauch.

Unnötig hohe Geschwindigkeit vermeiden

Je höher die Fahrgeschwindigkeit, desto höher wird der Windwiderstand (Luftreibung), die quadratisch mit der Geschwindigkeit zunimmt. Eine Fahrgeschwindigkeit von 100 km/h statt 130 km/h spart bis zu zwei Liter Sprit auf 100 km. Den geringsten Verbrauch haben die meisten Autos bei rund 70 km/h im höchsten Gang. Eine zu hohe Fahrgeschwindigkeit treibt den Spritverbrauch überproportional in die Höhe und führt nur zu einer vergleichsweisen geringen – oftmals überschätzten – Fahrzeitersparnis.

Die Spritspar-Tipps des Klimaministeriums:

Vor dem Losfahren

  • Reifendruck kontrollieren: Reifendruck mindestens monatlich kontrollieren! Die Empfehlung des Fahrzeugherstellers beachten (siehe Aufkleber am Fahrzeug bzw. Betriebsanleitung)! 0,5 bar zu wenig erhöht die Spritrechnung um 5 Prozent! 
  • Ballast vermeiden und Dachträger nach Gebrauch entfernen: Hohes Gewicht wirkt sich vor allem beim Beschleunigen und Bremsen aus! Der Luftwiderstand erhöht sich mit dem Quadrat der Geschwindigkeit! Das heißt, bei doppelter Geschwindigkeit ist der Luftwiderstand viermal so hoch.

Während dem Fahren

  • Nach dem Starten sofort losfahren: Immer ohne Gas starten! Den Motor nicht bei stehendem Fahrzeug warmlaufen lassen. Bei kaltem Motor hohe Drehzahlen meiden!
  • Richtig schalten und niedrige Motor-Drehzahl: Im ersten Gang nur einige Meter weit beschleunigen, dann gleich in den nächsten Gang schalten. Ab 50 bis 70 km/h kann meist schon der höchste Gang eingelegt werden. Das Automatikgetriebe kann es am besten.
  • Moderne Motoren sind auf niedertouriges Fahren ausgelegt. Schon bei rund 2000 Umdrehungen pro Minute in den höheren Gang zu schalten hilft Treibstoff zu sparen und Abgase sowie Lärm zu reduzieren.
  • Schubabschaltung nutzen und Rollen lassen: Beim Fahren mit Motorbremsung wird bei modernen Motoren, wenn der Fuß ganz vom Gaspedal genommen wird, kein Treibstoff zugeführt. Dieser Fahrmodus wird auch als „Segeln“ bezeichnet. Bergabfahrten und Bremsphasen lassen sich so verbrauchs- und abgasfrei bewältigen. 
  • Bergauf zügig fahren: Nutzen Sie den Schwung von der Strecke im Flachen beim Bergfahren und fahren Sie zügig - mit viel Gas im hohen Gang, aber nicht untertourig!
  • Tempomat nutzen: Setzen Sie den Tempomat nach Möglichkeit ein, nicht nur auf der Autobahn und auf Schnellstraßen, sondern auch im Ortsgebiet. Eine gleichmäßige Fahrweise hilft Treibstoff zu sparen.
  • Steht das Auto – Motor aus: Die Start-Stopp-Automatik spart Treibstoff. Ohne diese stellt man den Motor bei einem voraussichtlichen Stopp von über 20 Sekunden ab!
  • Stromverbraucher überlegt verwenden:Zusätzlicher Stromverbrauch erfordert mehr Leistung der Lichtmaschine und erhöht dadurch den Spritverbrauch. Dies gilt in besonderer Weise für die Klimaanlage im Sommer. Setzen Sie die Klimaanlage bewusst ein, um eventuell innen angelaufene Scheiben zu trocknen sowie für eine angenehme, nicht zu kühle, Temperatur (23 – 25 °C). Im Winter betrifft dies vor allem Strom-Verbraucher wie Sitz-, oder Lenkrad- und Scheibenheizung. Setzen Sie diese nur gezielt ein.

(VOL.AT)

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