LASK hofft im Derby auf Krisenbewältigung

Der LASK hofft am Samstag im oberösterreichischen Fußball-Derby auf ein Ende seiner historischen Negativserie.

Geht es nach Trainer Klaus Lindenberger, dann soll nach acht Niederlagen in Folge, einem Torverhältnis von 1:24 und 683 Minuten ohne Treffer in der 20. Runde auswärts gegen die SV Ried die Trendwende gelingen.

Genährt wird der Optimismus des früheren Teamgoalies durch die Rückkehr von Michael Baur, Christian Mayrleb (der bisher letze LASK-Torschütze beim 1:3 daheim gegen Altach am 5. Oktober) und Sascha Pichler sowie durch die jüngsten Misserfolge des Gegners. “Die Rieder stehen unter Druck, sie haben in den letzten drei Partien nur einen Punkt gemacht”, betonte Lindenberger. Seine Mannschaft hingegen könne befreit Anlauf auf den ersten Erfolg seit 27. September (2:0 daheim gegen Kapfenberg) nehmen, “denn von uns erwartet niemand einen Sieg in Ried”.

Der Coach setzt vor allem auf das Comeback von Abwehrchef Baur. “Wir haben einen Spieler dazubekommen, der Routine und auch schon solche negativen Erlebnisse kennengelernt hat. Er bringt positive Stimmung und auch Klasse in die Mannschaft”, sagte Lindenberger, der sein Team am Donnerstag in Bad Schallerbach zu einem Kurztrainingslager und gleichzeitig Teambuilding-Seminar zusammenzog. “Von den Spielern wird das sehr gut aufgenommen, ob es aber was genützt hat, werden wir am Samstagabend sehen.”

Die erfolgreiche Revanche für das 0:3 vor drei Wochen kann laut dem Ex-ÖFB-Tormanntrainer nur gelingen, wenn die Athletiker in der Defensive sattelfest agieren. “Unser oberstes Ziel muss sein, dass so lange wie möglich die Null steht, weil wir zuletzt nach einem Rückstand immer schnell den Spielfluss verloren haben.”

Sollte dieses Szenario neuerlich eintreten, müsste sich der LASK möglicherweise ernsthaft mit dem Abstiegskampf befassen. “Auch wenn wir einen guten Kader haben und der Vorsprung noch relativ groß (Anm.: acht Punkte) ist – im Fußball ist immer alles möglich”, warnte Lindenberger, dessen ersatzgeschwächter Club in diesem Jahr nach dem Ried-Match noch zwei Partien gegen für Liga-Verhältnisse hochkarätige Mannschaften (Sturm daheim, Rapid auswärts) zu absolvieren hat. “Aber deswegen ist es nicht so, dass wir die Winterpause herbeisehnen. Jedes Spiel muss uns Freude machen.”

Angesichts der schwierigen Auslosung des LASK hat die Partie für die Linzer, die zuletzt am 13. März 1999 im Innviertel gewannen (2:1), eine besondere Bedeutung, vermutete Lindenbergers Widerpart Paul Gludovatz. “Für sie ist das die größte Chance in diesem Jahr, noch zu punkten, deshalb werden sie sich voll auf dieses Match konzentrieren.”

Die Ausgangsposition für seine Mannschaft, die in der laufenden Saison vor eigenem Publikum noch ungeschlagen ist, stufte der Burgenländer aus diesem Grund als “sehr gefährlich” ein, “weil der LASK nichts zu verlieren hat. So locker wie beim 3:0 wird es für uns sicher nicht mehr”.

Den Druck sieht Gludovatz aber nicht ausschließlich bei den Riedern. “Lindenbergers Druck möchte ich auch nicht haben. Solche Spielchen mit Aussagen, dass wir unter Druck sind, kann er sich für seine gruppendynamischen Sitzungen in Bad Schallerbach aufheben”, wetterte der ehemalige ÖFB-Nachwuchs-Betreuer.

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